Hochzeitsdaten

Zahlenspiele

So wird geheiratet

Ist es wirklich ein Klischee, dass Männer den ersten Schritt machen, wenn es ums Kennenlernen geht, oder dass immer noch in der Mehrzahl er den Heiratsantrag macht? Interessante Fragen, die sich da schon vor der eigentlichen Hochzeit abspielen. Die Kartenmacherei wollte es genau wissen und nahm in der bundesweiten Studie "So heiratet Deutschland", zahlreiche Themen rund um Hochzeit und Ehe unter die Lupe. Befragt wurden im März 2017 insgesamt 1.582 Männer und Frauen, die innerhalb der letzten zwölf Monate davor geheiratet hatten. Als Ergebnis wurden einerseits bundesweite Trends deutlich, andererseits aber auch Unterschiede zwischen Regionen, Geschlechtern und Altersgruppen. Wir haben uns hier die Zeit vor dem Ja-Wort herausgepickt und festgestellt, dass aus Männersicht bestimmte Traditionen immer noch gelten: beispielsweise beim Antrag und bei der Namensvergabe.

 

Ein Studienergebnis verdeutlicht, dass sich Brautpaare in 28 Prozent der Fälle über Freunde kennen lernen. Platz zwei mit jeweils 15 Prozent belegen Partys und das Internet, auf Platz drei folgt der Arbeitsplatz. Dabei sind die Art und Weise sowie der Ort der Bekanntschaft stark altersabhängig. Zwar lernen sich Paare aller Altersgruppen am häufigsten über Freunde kennen, doch der Prozentsatz nimmt mit zunehmendem Alter ab.

 

Geheiratet wird dann in 23 Prozent der Fälle laut Studienergebnis nach drei bis fünf Jahren Partnerschaft. 21 Prozent warten sieben bis neun Jahre und 15 Prozent sogar neun bis zwölf Jahre. Nur zwei Prozent der Befragten heiraten innerhalb des ersten Jahres ihrer Partnerschaft. Liebe stellt für die Befragten den wichtigsten Grund zur Heirat dar. 97 Prozent der Studienteilnehmer verstehen die Ehe als Symbol für Liebe und Zusammengehörigkeit. Als weitere starke Einflussfaktoren werden Familienplanung, traditionelle Werte und rechtliche Vertretungsvollmachten genannt, wohingegen steuerliche Vorteile nur einen geringen Einflussfaktor darstellen.

 

Die Ergebnisse zu bestimmten Fragestellungen erläutern die Grafiken in der nachfolgenden Bilderbox. Erklärungen dazu geben die Texte darunter.

 

 

Hochzeitspläne

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Erst nach drei bis fünf Jahren Partnerschaft zog es die Befragten der Hochzeitsstudie von Kartenmacherei vor den Traualtar. Weitere 21 Prozent warteten fünf bis sieben Jahre und 14 Prozent sieben bis neun Jahre. Bei 15 Prozent kam das Ja-Wort erst nach neun bis zwölf Jahren. Bereits nach ein bis drei Jahren Partnerschaft heirateten rund 18 Prozent der Befragten. Eine Ehe, der weniger als ein Jahr Partnerschaft vorausging, schlossen nur zwei Prozent aller Befragten.

Kennenlernen vor der Hochzeit

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Gelegenheit macht Liebe - das scheint zumindest bei vielen Deutschen der Fall zu sein. So geben 28 Prozent der Befragten Ehepaare an, sich über Freunde kennen gelernt zu haben. Platz zwei mit jeweils 15 Prozent belegen Partys und das Internet. Im Gegensatz zu der hohen Erfolgsquote via Internet führten Dating-Apps nur bei etwa zwei Prozent aller Befragten zur Eheschließung. Der Arbeitsplatz wird als dritthäufigster Ort des Kennenlernens genannt. Rund 14 Prozent der Befragten geben an, ihre große Liebe auf der Arbeit gefunden zu haben. Über ein gemeinsames Hobby lernten sich immerhin noch acht Prozent der Befragten kennen, bereits in der Schule trafen rund sieben Prozent aufeinander und etwas später im Studium oder in der Ausbildung fanden neun Prozent das große Glück. Nur wenige Paare hingegen lernten sich über die Familie oder im Urlaub kennen (zwei Prozent).

Hochzeitspläne nach Alter

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Je nach Altersgruppe lassen sich deutliche Unterschiede feststellen, wie Paare zueinander finden. Zwar sind Feunde in allen Altersgruppen der meistgenannte Faktor, dennoch nimmt deren Wichtigkeit ab, je älter wir werden. So lernen sich beispielsweise 30 Prozent der unter 30-Jährigen über Freunde kennen, wohingegen es bei den über 50-Jährigen nur noch 24 Prozent sind. Stattdessen finden gerade ältere Paare über das Internet zueinander. So trafen von den über 30-Jährigen durchschnittlich 18 Prozent online den Partner fürs Leben, bei den unter 30-Jährigen waren es durchschnittlich mit zwölf Prozent deutlich weniger. Neben dem Internet führte auch Liebe am Arbeitsplatz bei den Befragten über 30 Jahren immer häufiger zum Eheschluss, während bei den Studienteilnehmern unter 30 Jahren eher Bekanntschaften auf Partys oder über gemeinsame Hobbys geschlossen wurden.

Heiratsbörsen

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Auch nach Bundesländern betrachtet, lernen sich Ehepaare laut den Umfrageergebnissen von Kartenmacherei am häufigsten über Freunde kennen. Eine große Ausnahme stellt allerdings Mecklenburg-Vorpommern dar: Hier ist der Arbeitsplatz der am häufigsten genannte Ort, an dem Paare sich kennen lernen. Ganze 29 Prozent der dort Lebenden geben an, ihren Ehepartner auf der Arbeit getroffen zu haben und nur je 24 Prozent fanden den Ehepartner über Freunde oder das Internet. Die Hamburger schneiden am fortschrittlichsten bei der Partnerfindung ab. So hat mit 29 Prozent mehr als ein Viertel der befragten Hanseaten seinen Ehegatten über das Internet kennen gelernt. Noch eher zögerlich in Sachen Internet zeigten sich die Rheinland-Pfälzer, die Bremer und die Saarländer: Hier lernten sich nur vier Prozent, sechs Prozent und acht Prozent online kennen.

Heiratsantrag

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Beim Heiratsantrag bleibt Deutschland traditionell: Dem Umfrageergebnis zufolge geht in 81 Prozent der Fälle der Mann immer noch "auf die Knie", während in nur drei Prozent der geschlossenen Ehen die Frau den Heiratsantrag stellt. Überraschend: Ganze 15 Prozent der Ehen werden ohne Heiratsantrag im eigentlichen Sinne geschlossen.

Orte für Heiratsanträge

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Getreu dem Motto, dass es zuhause immer noch am schönsten ist, werden rund 37 Prozent aller Heiratsanträge im trauten Heim gemacht. Doch auch der Urlaub ist mit 22 Prozent ein beliebter Anlass für den Kniefall, was weitere neun Prozent mit "am Strand", acht Prozent mit "auf einer Städtereise", fünf Prozent mit "im Hotelzimmer" und vier Prozent mit "beim Sightseeing" untermauern. Am dritthäufigsten mit zehn Prozent werden Heiratsanträge den Befragten zufolge beim Spazierengehen oder Wandern gemacht.

Ideen für Heiratsantrag

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Lieber ungewöhnlich lautet die Devise bei der Umsetzung des Heiratsantrages, denn die Frage aller Fragen einfach im Urlaub am Strand oder ganz klassisch im Restaurant zu stellen, ist manchen unter den Befragten der Hochzeitsstudie offensichtlich zu banal. Viele Antragsteller bewiesen große Kreativität und ließen sich für die alles entscheidende Frage ein ganz besonderes Setting einfallen. Die Top-Ten oben führt die zehn ausgefallensten Heiratsanträge auf, die bei der Studie genannt wurden.

Hochzeitsgründe

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All you need is love, denken sich viele Paare - und so sehen es die Deutschen auch, wenn es ums Heiraten geht. 97 Prozent der Befragten gaben an, dass die Ehe als Symbol für Liebe und Zusammengehörigkeit ein wichtiger bis sehr wichtiger Grund für die Hochzeit ist. Zweitwichtigster Heiratsgrund ist die Familienplanung, dicht gefolgt von dem hohen traditionellen Wert der Hochzeit.

Heiratsgrund

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Rechtliche Vertretungsvollmachten sind für 38 Prozent der Befragten ebenfalls ein triftiger Grund zu heiraten, 22 Prozent geben sogar an, dass diese sehr wichtige Gründe seien. Religiöse Hintergründe spielen für drei Viertel der Befragten hingegen nur eine untergeordnete Rolle, für über die Hälfte der Befragten sogar gar keine. Und auch steuerliche Vorteile haben für mehr als 80 Prozent der Befragten keinen wirklichen Einfluss auf die Entscheidung zu heiraten. Für immerhin 14 Prozent waren sie aber dennoch ein sehr wichtiger Einflussfaktor.

Familienplanung nach der Hochzeit

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Die Ehe ist für viele Paare ein wichtiger Schritt in der Familienplanung. So haben 62 Prozent der Befragten zum Zeitpunkt der Hochzeit noch keine Kinder, weitere zehn Prozent haben schwanger geheiratet. Gemeinsame Kinder noch vor dem Ehebund hatten 14 Prozent der Paare, sechs Prozent hatten bereits Kinder von früheren Partnern. Ganze fünf Prozent der Befragten gaben an, keinen Kinderwunsch zu haben.