Taj Mahal

Flittern in Indien

Im Land der Maharadschas

Es wäre sicherlich vermessen, wollte man Indien als Honeymoon-Ziel in seiner Gänze darstellen. Für ein Land, in dem es 22 offizielle Landessprachen, über 200 weitere Sprachen und etwa 3.000 Dialekte gibt, in dem man alle 100 Kilometer auf eine andere Sprachvariante, andere Kleidung und anderes Essen stößt, reicht auch ein mehrwöchiger Urlaub nicht aus, um auch nur annäherungsweise die landschaftliche, kulturelle und religöse Vielfalt dieses Landes angemessen zu würdigen. Deshalb können wir hier nur einige wenige Highlights herauspicken, um dieses siebtgrößte Land der Erde als Flitterziel zu empfehlen.
Ein Ort in Indien, der für Honeymooner fast schon ein Muss ist, ist Agra im Bundesstaat Uttar Pradesh. Denn hier steht eines der schönsten Gebäude, sicherlich aber das schönste Grabmal der Welt: der Taj Mahal. Ein Ziel für die Flitterwochen ist er aber nicht nur wegen seiner einzigartigen Schönheit und der unglaublichen Harmonie, die dieses im Stil einer Moschee erbaute Mausoleum auszeichnet, sondern vor allem, weil er ein Sinnbild für die Liebe über den Tod hinaus ist. Denn der Taj Mahal wurde vom Großmogul Shan Jahan zu Ehren seiner 1631 verstorbenen Frau Mumtaz Mahal erbaut. Und noch heute pilgern frisch vermählte indische Brautpaare hierher, denn der Besuch soll, so heißt es, die gegenseitige Liebe dauerhaft und stark machen. Und ganz bestimmt wirkt dieser Zauber auch bei Paaren aus Europa.

Palast der Winde, Jaipur

Nur wenige Kilometer vom Taj Mahal entfernt liegt ein weiteres Juwel aus Großmogulzeiten: der Ort Fatehpur Sikri mit seinem besonders gut erhaltenen Palastbezirk. Von 1571 bis 1586 war es die Hauptstadt des Mogulreiches und bietet heute ein komplettes Bild der Städtebaukunst zu Anfang des 17. Jahrhunderts. Beim Spazieren zwischen den verschiedenen Palästen, Audienzhallen und Haremshäusern fühlt man sich ein bisschen wie in ein Märchen aus 1001 Nacht versetzt. Der Erbauer dieser Stadt, der muslimische Großmogul Akbar, lag übrigens im Dauerstreit mit den hinduistischen Maharadschas im Nachbarstaat Rajastan. Seine Strategie zur Befriedung dieses Konflikts: Er gab 17 Maharadscha-Töchtern das Jawort. Heiraten war in diesen Kreisen dann doch in erster Linie Politik.
Heute ist Rajastan eine der beliebtesten Destinationen in Indien. Schon wer nur die wichtigsten Orte kennenlernen möchte, sollte 14 Tage veranschlagen. Die Hauptstadt des Bundesstaates ist Jaipur, eine einheitlich geplante und in den Hauptstraßen durchgehend mit rosaroten Fassaden versehene Stadt. Die weltweit bekannteste Sehenswürdigkeit hier ist der so genannte Palast der Winde mit seinen unzähligen kleinen Balkonen. 953 kunstvoll gestaltete kleine Fenster ermöglichten es den hier lebenden Haremsdamen, unbeobachtet das Treiben auf der Straße zu verfolgen. Außerdem sorgten sie für eine dauernde Luftzirkulation, daher der Name dieser Palastfassade. Außer für seine architektonischen Sehenswürdigkeiten ist Rajastan aber auch bekannt für seine zahllosen Feste wie dem Volksfest Merwarf in Jodhpur oder dem Elefantenfest in Jaipur im März, das zeitgleich mit dem weltbekannten farbenfrohen Holifest stattfindet.
Wer in den Flitterwochen nicht ohne Sand, Sonne und Meer sein möchte, der wird in den kleinen Bundesstaat Goa reisen. Er ist berühmt für seinen 100 Kilometer langen Sandstrand mit zahllosen Hotels in allen Preiskategorien. Bis 1965 war Goa portugiesische Kolonie, was man an Kirchen und Klöstern immer noch erkennen kann. Später wurde es Anlaufpunkt für die Hippies der Welt und auch heute kann man sich hier auf ein entspanntes Beachlife freuen.

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