Heiraten auf Malta

Heiraten auf Malta

Wedding unlimited

Heiraten da, wo die Welt am schönsten ist, wo die Sonne lacht, Palmen sich im Wind wiegen und man beim Ja sagen mit den Zehen im weichen, warmen Sand spielen kann: Hochzeit im Honeymoon ist zwar kein Massenphänomen, liegt aber im Trend. Ob man dabei als Flyaway Bride, also als Braut, die sich woanders traut, nur dem Stress der Hochzeitsplanung und der großen Familienfeier entfliehen will, oder ob man gerade umgekehrt sich und seinen Freunden und Verwandten etwas ganz Besonderes gönnen möchte: Die Motive für eine Destination Wedding können sehr unterschiedlich sein.

Als klassische Ziele fürs Heiraten im Paradies kannten wir bislang die Seychellen, einige Karibikstaaten und natürlich die »Heiratsinsel« Mauritius. Denn dort wird einem das Heiraten besonders leicht, was die bürokratischen Voraussetzungen, und besonders schön gemacht, was die Kulisse zum Jawort betrifft.
Aber Malta? Wäre uns spontan nicht eingefallen. Und so mussten wir uns von Petra und Mauro von der maltesischen Hochzeitsagentur »I do knot« eines Besseren belehren lassen.
Denn tatsächlich ist die Inselgruppe südlich von Sizilien geradezu prädestiniert für Hochzeitsfeiern jeglicher Größenordnung und Geschmacksrichtung: Hohe Sonnenscheinwahrscheinlichkeit das ganze Jahr über, knackig heiß im Sommer (gemildert durch eine frische Meeresbrise) und meist frühlingshaft warm im Winter, nur etwa drei Flugstunden von Deutschland entfernt und eine Festlocation-Dichte, die wohl weltweit ihresgleichen sucht.
»Es gibt in Malta praktisch keinen Platz, keinen Saal, kein Gebäude, die man nicht für ein Event wie eine Hochzeit reservieren könnte,« berichtet Mauro – und stellt uns einige davon vor. Das Mediterranean Conference Center in Valletta zum Beispiel. Im 16. Jahrhundert vom Johanniter Ritterorden als modernstes Hospital seiner Zeit erbaut, bietet es heute zwei Gewölbesäle von beeindruckender Länge, die mehreren Hundert Gästen Platz bieten, aber auch für kleinere Events unterteilt werden können. Oder die Lower Baracca Gardens, eine kleine, verträumte Parkanlage auf der Festungsmauer von Valletta mit herrlichem Blick über die Hafenbucht. Man kann auf einem Weingut heiraten oder in einem aufgelassenen Steinbruch mit einem kleinen Museum, Orangenbäumen und einem malerischen Wasserfall. Es gibt jede Menge prächtige Barock-Palazzos, die man für Jawort und anschließende Feier buchen kann, aber auch budgetschonendere Locations wie etwa die Villa Arrigo in Naxxar mit ihrem wunderschönen Garten. Unser persönlicher Favorit: Eine zur Zeit nur von »I do knot« angebotene Hochzeitsfeier an den Salt Pans in der Nähe der Qbajjar Bay auf der Nachbarinsel Gozo. Dieser abgeschiedene Ort direkt am Meer bietet mit seinen in den Fels geschlagenen Salzpfannen und einer steilen Klippe als Hintergrund eine fast schon surrealistisch anmutende Kulisse für eine wirklich einzigartige Feier.

Und an all diesen Locations kann die standesamtliche Zeremonie abgehalten werden. Aber auch religiöse Trauungen sind kein Problem: Über 300 katholische, anglikanische und griechisch-orthodoxe Kirchen und Kapellen gibt es auf Malta und Gozo. So wird sich in der näheren Umgebung jeder Festlocation das eine oder andere Gotteshaus finden, in dem man sich das Jawort geben kann. Selbst eine Synagoge und eine Moschee finden sich in beziehungsweise in der Nähe von Valletta. Römisch-katholische und anglikanische Trauungen werden übrigens auch vom Staat rechtlich anerkannt. Man könnte daher sogar auf eine Ziviltrauung verzichten, was bei uns nicht möglich ist.

Was das Festmenü betrifft, so ist man bei den Maltesern in guten Händen. Es ist alles da, was die Liebhaber mediterraner Küche schätzen, von Meeresfrüchten über frischesten Fisch bis hin zu allen Arten Fleisch. Insbesondere Kaninchen, bei uns inzwischen fast nur noch als süße Schoßtiere unterwegs, lernt man hier wieder von ihrer leckeren Seite kennen. Malta ist aber auch Japans zweitgrößter Zulieferer von Thunfisch, der hier in Fischfarmen gezüchtet wird. Viel frischer als hier kann man ihn kaum auf den Teller bekommen.
Zum Abnehmen sollte man allerdings nicht auf die Insel reisen: Die Malteser sind keine Liebhaber »übersichtlicher« Portionen und ohne einen Korb voll Brot zusätzlich zu dem eigentlichen Gang auf dem Tisch fangen sie mit dem Essen erst gar nicht an. Malta ist was für Schlemmer.


Heiraten auf Malta


Natürlich fliegt man nicht nur für Hochzeitstag und -nacht auf die Insel. Eine Woche sollte man sich schon gönnen. Dann bleibt auch noch Zeit für einen ordentlichen JunggesellInnenabschied. Der geeignetste Ort dafür ist St. Julians, das ein bisschen die Partymeile von Malta ist mit jeder Menge Bars und Kneipen, durch die man mit seinen Mädels oder Jungs ziehen kann.
Vor allen Dingen aber sollte man vor lauter Feiern das Flittern nicht vergessen. Denn abgesehen davon, dass die beiden Inseln Malta und Gozo einfach schön sind, gibt es hier unglaublich viel, was man gemeinsam entdecken kann. Allein die Hauptstadt Valletta, von der UNESCO als Ganzes zum Weltkulturerbe erklärt, ist mindestens einen Tagesausflug wert. Am besten, man lässt sich dabei einfach ein bisschen treiben, flaniert durch die Shoppingmeile, bestaunt die barocken Paläste und Kirchen, spaziert durch die Seitengassen mit ihren wunderbaren kleinen Geschäften, Cafés und Restaurants, in denen es maltesische Hausmannskost, aber auch Gourmetküche gibt.
Das »echte« Malta, so heißt es, findet man auf der Valletta gegenüber liegenden Seite des Grand Harbour, in den Three Cities Vittoriosa, Cospicua und Senglea. Dort wohnen die einfachen Leute Maltas, die zum großen Teil im Hafen ihren Lebensunterhalt verdienen. Touristen finden bislang noch selten ihren Weg hierher. Ein kleiner Geheimtipp also, denn ein Ausflug lohnt sich in jedem Fall. Und hier, so erzählt uns Petra von »I do knot«, könne man die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, für die die Malteser berühmt sind, noch am besten erleben.
Ein Muss für jeden Maltabesucher und gleichzeitig eine Zeitreise über 5.000 Jahre zurück in die Vergangenheit ist ein Besuch des Hypogäums Hal Saflieni in Paola, südlich von Valletta. Elf Meter tief in den Boden haben hier die Menschen des Neolithikums vor etwa 5.000 - 6.000 Jahren eine labyrinthische Tempelanlage in den Fels getrieben, die in ihrer Art einzigartig auf der Welt ist. Besichtigungen sind allerdings streng reguliert und oft Wochen im Voraus ausgebucht.
Der andere touristische Höhepunkt auf Malta ist Mdina. Die noch komplett von ihrer Stadtmauer umgebene einstige Hauptstadt Maltas kann man nur zu Fuß oder in kleinen Einspännern besuchen. Hier haben sie alle ihre Spuren hinterlassen, die sich im Laufe der Jahrtausende auf Malta wohlgefühlt haben: die Phönizier, die Karthager, die Römer, die Araber und zuletzt der Malteserorden. Typisch und wohl von den Arabern »abgeschaut« sind die wunderschönen, bepflanzten Innenhöfe, die sich einem oft auftun, wenn man ein Gebäude betritt – traumhafte Hochzeitslocations natürlich auch die.

Ein Malta-Honeymoon ist nicht komplett, wenn man nicht mindestens einen Tagesausflug nach Gozo, der kleineren Nachbarinsel Maltas gemacht hat. Sie rühmt sich, Heimat der Nymphe Kalypso gewesen zu sein, der »schöngelockten«, wie Homer sie beschreibt. Sie verliebte sich in Odysseus, musste ihn aber auf Zeus‘ Befehl hin nach sieben Jahren doch weiterziehen lassen zu seiner Ehefrau Penelope.
Gozo ist ländlicher und ruhiger als die Hauptinsel. Im Frühsommer leuchten die sattblauen Blütenkissen des Thymians in der Sonne. Auf terrassierten Obstplantagen geben Apfelsinen ihr frisches Orange dazu. Am besten, man entdeckt die Schönheiten der Insel auf ihren gut ausgeschilderten Wanderwegen oder mit dem Bike. Von der Natur geformte Sehenswürdigkeiten wie das Azure Window gibt es ebenso zu bewundern wie architektonische Highlights wie etwa die imposante Zitadelle oberhalb der Inselhauptstadt Victoria. Ansonsten aber ist Entspannen und Genießen angesagt. Und dass Gozo auch »Insel des Lichts« und »Insel des Honigs« genannt wird, sagt eigentlich schon genug darüber, wie schön hier der Honeymoon werden kann.


www.visitmalta.com

www.idoknot.com