Brautmode in Farbe

Brautmode

Ganz in Bunt

Wenn wir »Ganz in Weiss« hören, dann wissen wir: Hier geht‘s um eine Braut. Aber gilt das auch umgekehrt? Müssen wir zwingend »Ganz in Weiss« denken, wenn es um eine Braut geht?

Das haben wir uns und die Brautmodenfachgeschäfte gefragt. Geht bei Brautmode auch was in Farbe?


Bei diesem Beitrag haben uns mit
ihrem Fachwissen unterstützt:

Monja Blatter
Chez Janine in Bubikon
www.chezjanine.ch

Celine Brun
Astrid Bergmann
Priska Hochzeitsmode, Aarau
www.priska-hochzeitsmode.ch

Doris Bischof
Liluca in Zürich,
St. Gallen, Bern und Lausanne

www.liluca.ch

Brautkleid in Blau Farbe

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WEISS IST TRADITION - ABER KEIN GESETZ

Da können wir im Alltag oft gar nicht genug von Farbe bekommen bei unseren Outfits und dann, am schönsten Tag im Leben wird sie komplett vom Traumkleid verbannt? Eigentlich seltsam. Aber das hat natürlich Gründe. Erstens: Das weisse Brautkleid hat bei uns einfach Tradition. Es steht für Unschuld, Unberührtheit und für Neuanfang. »Ganz in Weiss, mit einem Blumenstrauss ...«, so stellt man sich halt eine Braut vor.
Zweitens: Im Alltag tragen wir kaum einmal ein komplett weisses Kleid und so hebt sich das Brautkleid nicht nur durch seinen besonderen Schnitt, sondern schon allein durch die Farbe von jedem anderen Outfit ab und signalisiert unmissverständlich: Dies ist ein besonderes Kleid für einen besonderen Tag.
Andererseits ist diese Tradition so alt und festgeschrieben auch wieder nicht. Bis ins 20. Jahrhundert hinein konnten sich die meisten sowieso kein Kleid nur für einen Tag leisten. Man heiratete im Sonntagsstaat und der war schwarz oder Tracht. Und was das mit der Symbolik der sexuellen Unberührtheit betrifft, so dürfte das heute eh kaum noch jemand interessieren, obwohl es so furchtbar lange noch nicht her ist, dass eine schwangere Braut in Weiss ein absolutes No-go und andererseits eine Braut in Schwarz oder Farbe eine eindeutige Aussage war.
Kurz: Ein weisses Brautkleid ist etwas Wunderschönes, aber kein Gesetz!
Und deshalb haben wir für diese Ausgabe bei den Fachgeschäften nachgefragt, was bei ihnen so in Farbe geht.

Brautkleid Farbe

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JA ZU WEISS – MIT FARBTUPFERN


Die Zeiten von Reinweiss sind vorbei, so Doris Bischof von Liluca. Und das dürfte weniger mit Symbolik zu tun haben, sondern vielmehr damit, dass diese Farbe, wie schon ihr anderer Name »Hartweiss« verrät, eine sehr harte, kalte Farbe ist, die zudem keine Hautunreinheit oder ähnliches verzeiht. Bevorzugt werden statt dessen die etwas wärmeren Weiss-Varianten wie Creme, Elfenbein oder Off-White. »Creme ist immer noch die wichtigste Farbe in der Brautbranche«, sagt Monja Blatter von Chez Janine. »Es verträgt sich gut mit dem Hautton der meisten Bräute und ist dabei doch noch traditionell.« Um dem Outfit dabei noch ein bisschen mehr Farb-Pep zu geben, bietet sich die Verwendung von Accessoires an, allen voran farbige Gürtel oder Schleifen. Wenn dann auch der Bräutigam, etwa mit dem Einstecktuch, diesen Ton aufgreift, ist der gemeinsame Auftritt perfekt.

Brautkleid Farbe Spitze

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SPITZE UND FARBE - EIN TRAUMPAAR

Neben der Verwendung farbiger Accessoires, gibt es noch eine wunderbare andere Möglichkeit, einem Brautkleid Farbe zu verleihen. Monja Blatter: »Es gibt viele Modelle, bei denen das Kleid zwar prinzipiell creme- oder elfenbeinfarben ist, denen aber ein Touch in eine andere Richtung gegeben wird und die dadurch etwas spezieller werden, indem man Applikationen, meist Spitze oder Stickereien, in einer anderen Farbe verwendet. Sie können in einem sanften Rosa, Lila oder Honey gehalten sein, aber durchaus auch in kräftigeren Tönen wie Bordeaux, Cappuccino oder sogar Schwarz.«
Wie bei den Beispielen auf diesen Seiten zu sehen ist, eignen sich diese Applikationen auf den unterschiedlichsten Schnitten und vermitteln dem Kleid je nachdem etwas Hochelegantes wie in dem Modell links oder auch etwas Frech-Verspieltes wie beim Modell ganz rechts – immer aber etwas sehr Spezielles.
Monja Blatter hat uns auch noch verraten, was ihr besonders gefällt: »Mir persönlich gefallen vor allem Kleider, bei denen Spitze verwendet wird und durch eine vom Kleid abweichende Farbgebung besonders gut zur Geltung kommt, denn ich mag Spitze einfach. Mehrfarbige Kleider faszinieren mich generell, weil sie sich von den ‚normalen‘ Modellen abheben.«