Wie sexy darf das Brautkleid sein

Brautmode

Wie sexy wollen wir sein?

Rücken frei, richtig tiefe Ausschnitte, gewagte Transparenzen, figurbetonte Schnitte: Die aktuelle Brautmode traut sich was. Aber wie kommt das bei denen an, die ihr Traumkleid für den grossen Tag suchen? Wir haben in den Fachgeschäften nachgefragt: Was traut sich die Braut?


Die Kleider dafür sind da: Wer an seiner Hochzeit nicht nur romantisch, sondern auch richtig sexy aussehen, seine Weiblichkeit in den Fokus rücken möchte, der wird in den Brautgeschäften ohne Probleme jede Menge phantastischer Kreationen finden, die genau das ermöglichen.
Aber wie viele Bräute suchen im Fachgeschäft tatsächlich nach dem abgründig tiefen Ausschnitt, dem bis zum Poansatz freien Rücken, den sich eng an die Figur schmiegenden Schnitten und den Transparenzen, die ganz viel Haut zeigen?
»Nicht so viele«, meint Doris Bischof von Liluca in St. Gallen, Bern, Zürich und Lausanne, »die weitaus am meisten verkauften Modelle sind immer noch die romantischen Prinzessinnenkleider mit ausgestelltem Rock und viel Tüll.«
»Durchaus öfter«, beschreibt dagegen Monja Hefti von Chez Janine in Bubikon ihre Erfahrung, »fragen Bräute nach solchen Kleidern, die die Weiblichkeit etwas mehr zur Geltung bringen.«
Wobei beide Aussagen letztlich denselben Sachverhalt beschreiben: Der Grossteil der Bräute will Prinzessin sein – und ein kleiner, aber zunehmender Teil dabei auch ein bisschen den Vamp rauslassen. Aber eben nur ein bisschen: »Bräute zeigen gern Rücken, der tiefe Ausschnitt vorne wird seltener gewählt.« So ähnlich beschreibt es auch Andrea Jaggi vom Brautparadies in Thun: »Nach Rückenausschnitten und Mermaidschnitten wird öfter gefragt, Transparenzen als eher unpassend empfunden. Die Bräute, die ihre Weiblichkeit mehr betonen möchten, sind immer noch in der Minderheit.«


Bei diesem Beitrag haben uns unterstützt:


Monja Hefti von Chez Janine in Bubikon

www.chezjanine.ch


Priska Louis von Priska Hochzeitsmode in Aarau

www.priska-hochzeitsmode.ch


Doris Bischof von Liluca in Zürich, St. Gallen, Bern und Lausanne

www.liluca.ch


Andrea Jaggi vom Brautparadies in Thun

wwww.brautparadies.ch

 

 

 

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MEHR MUT, BRÄUTE!


Die Beraterinnen in den Fachgeschäften bedauern es durchaus manchmal, wenn sie eine Kundin haben, die diese schönen Kleider von der Figur her durchaus tragen könnte, sich dann aber doch für einen Klassiker entscheidet. Wobei Doris Bischof aber auch betont: »Es ist nicht wichtig, was die Beraterin meint. Wichtig ist, dass die Braut sich mit dem Kleid identifiziert. Dann hat sie darin auch die richtige, passende Ausstrahlung.« Und Monja Hefti stellt unsere Frage, ob es einen Trend zu mehr Sexiness bei den Bräuten gibt, in einen grösseren Zusammenhang: »Wissen Sie, Frauen zeigen gern ihre Weiblichkeit. Das ist aber überhaupt nichts Neues. Und auch in der Brautmode gibt es diesen Trend jetzt nicht zum ersten Mal. Es ist letztlich eine Frage des Typs: Wer sich im Alltag gerne sexy kleidet, der tut dies auch als Braut.«

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ABER IN DER KIRCHE??


Eine Rolle spielt allerdings, ob die Braut kirchlich heiraten, das Kleid also am Altar tragen möchte. Dort möchte man doch etwas dezenter auftreten, was aber kein Ausschlusskriterium für ein frecheres Modell ist. Denn da gibt es viele Möglichkeiten. Priska Louis von Priska Hochzeitsmode in Aarau: »Zur kirchlichen Trauung kann die Braut in einem traditionellen Kleid gehen. Am Abend wechselt sie dann zum kurzen, sexy Kleid.« Bei freiem Rücken empfiehlt Doris Bischof einen Schleier als Mittel der Wahl, der das Rückendekolleté während der Trauung überdeckt und später abgenommen wird, um den Wow-Effekt zu erzeugen. Und Andrea Jaggi: »Es gibt immer Lösungen mit feinen Schals aus Chiffon oder Tüll, Spitzenjäckchen, Boleros oder Capes. Selbst bei den ebenfalls im Trend liegenden Transparenzen am Bauch lässt sich für die Zeremonie ein blickdichter Unterstoff unterlegen, den man später herausnimmt.«
»Wir haben auch Modelle im Angebot«, so Monja Hefti, »die sich mit wenigen Handgriffen vom bodenlangen Klassiker in einen frechen Mini verwandeln lassen.«
Und wer sich in die bei vielen Herstellern zu sehenden Kleider aus durchbrochener Spitze verliebt hat, die oft allerdings sehr viel Haut zeigen, der kann zu Modellen greifen, bei denen die wunderschönen Applikationen auf halbtransparenten oder hautfarbenen Tüll aufgebracht sind. »Beides vermittelt einem das so wichtige Gefühl des Angezogenseins und trotzdem sind diese Kleider ein absoluter Hingucker und haben eine sehr sexy Anmutung«, wie Andrea Jaggi betont.

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AUF JEDEN FALL: ANPROBIEREN!

Stellt sich die Frage, die wohl jeder Frau bei solchen Kleidern durch den Kopf geht: »Kann ich das tragen?« Die Erfahrung von Monja Hefti dazu: »Es gibt mehr Bräute, die in einem figurbetonten Kleidern richtig toll aussehen, als solche, die sich dann tatsächlich trauen, es zu tragen.« Und der umgekehrte Fall? Dass man sich in ein Kleid verguckt und dann auch zur Hochzeit trägt, obwohl es für alle erkennbar nicht zur eigenen Figur passt? Was ein solches Horrorszenario für jede Braut betrifft, kann Doris Bischof beruhigen: »Dafür hat jede Frau einen untrüglichen Instinkt. Wir haben oft Kundinnen, die sich in einer Zeitschrift oder einem Katalog ein Kleid ausgesucht haben. Das und kein anderes soll es sein. Aber wenn sie es dann anprobieren, spüren sie sehr schnell, wenn es nicht passt.«
»Aber«, so Monja Hefti, »es ist eben auch ganz wichtig, dass man es wirklich anprobiert, auch wenn die Beraterin vielleicht auf den ersten Blick sieht, dass es nicht passt. Erst dann kann man es ‚abhaken‘. Das gilt übrigens auch, wenn man selbst nicht glaubt, die richtige Figur für eine bestimmte Art Kleider zu haben: Unbedingt mal eins anprobieren – man erlebt dabei oft auch positive Überraschungen.«

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ETWAS WAGEN? VOR ALLEN DINGEN: WOHLFÜHLEN!


Also: Wieviel Sexiness können oder wollen wir wagen? Die Antwort ist wie immer ganz einfach: Genau so viel, wie wir an uns mögen. Denn ganz gleich ob ein Kleid viel Haut zeigt oder sich hochgeschlossen gibt: Es kommt einzig und allein darauf an, dass wir uns darin wohlfühlen.