Kleid gesehen bei Liluca in Bern, Zürich, St. Gallen und Lausanne

Kleid gesehen bei Liluca in Bern, Zürich, St. Gallen und Lausanne

Brautmode

Wisst ihr, wovon ich träume?

Wenn wir in ein Brautmodengeschäft gehen, dann haben wir einen Traum: In diesem Traum betreten wir die Kirche oder das Standesamt in einem phantastischen Kleid, das wie für uns gemacht scheint und uns zur schönsten Frau an diesem einzigartigen Tag macht. Die einen haben von diesem Kleid nur ganz diffuse, angedeutete Vorstellungen, bei anderen hat es in ihren Gedanken schon ganz konkrete Formen angenommen. Doch selbst in diesem Fall: Wie beschreibt man, was man vor seinem inneren Auge sieht? Das ist gar nicht so einfach. Und trotzdem werden wir am Ende das Fachgeschäft mit grosser Wahrscheinlichkeit mit einer Robe verlassen, mit der unser Traum Wirklichkeit geworden ist. Können die Beraterinnen also unsere Gedanken lesen? Wohl kaum – oder vielleicht doch ein bisschen. Wir von der HOCHZEIT Schweiz haben in den Fachgeschäften nachgefragt, wie man sich dort an das Wunschkleid einer Braut herantastet, wie man herausfindet, wovon diese eine bestimmte Frau träumt.
Ganz knapp fasste Andrea Jaggi vom Brautparadies Thun zusammen, was so ähnlich auch andere Fachgeschäfte sagten: »Durch konkretes Fragen und gutes Zuhören.« Monja Blatter von Chez Janine in Bubikon ergänzt: »Man erkennt oft von Anfang an, welcher Stil eine Kundin anspricht. Das lässt sich natürlich nicht verallgemeinern. Es kommt auch auf das richtige Fragen und Beobachten an. Da ist jede Beraterin individuell in ihrer Vorgehensweise, weshalb es auch viel ausmacht, dass die so genannte Chemie zwischen ihr und der Braut stimmt.« Das heisst: Wenn Sie als Braut einfach nicht ‚warm werden‘ mit Ihrer Beraterin, dann wird es ihr auch schwerer fallen, Ihr Traumkleid zu finden. Meist spürt diese das aber selbst früh genug und holt, wenn es möglich ist, eine Kollegin zu Hilfe.


Die Insider-Tipps zum Brautkleidkauf gaben uns:

Monja Blatter von Chez Janine in Bubikon,

Eine Beraterin bei Liluca, Bern, Zürich, St. Gallen und Lausanne

Andrea Jaggi vom Brautparadies Thun

Priska Louis, Priska Hochzeitsmode in Aarau



Brautkleid gesehen bei Liluca

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DAS IST GENAU MEIN STIL – ODER?


Auch wenn manchmal etwas anderes behauptet wird: Nicht jede Frau beschäftigt sich so intensiv mit Mode, dass sie jederzeit sozusagen »im Schlaf« hersagen könnte, was genau ihr Stil ist. Manche haben zwischendurch auch noch etwas anderes zu tun. Deshalb, so die Erfahrung der Fachgeschäfte, kommen nicht nur absolut stilsichere Bräute zu ihnen, sondern auch solche, die erst noch herausfinden möchten, was zu ihnen passt. »Aber es ist der Traum jeder Braut, am Hochzeitstag ein Kleid zu tragen, das wie für sie gemacht ist«, so Priska Louis von Priska Hochzeitsmode in Aarau. »Unsere Aufgabe ist es dann, genau dieses Kleid mit ihr zusammen zu finden.«
»Letztlich«, so eine Beraterin bei Liluca, »muss das Kleid eins werden mit der Braut. Was gar nicht passieren darf, ist, dass es die Frau verkleidet oder sich ‚vor ihre Persönlichkeit stellt‘, statt sie zu unterstreichen.«
Selten, so die Erfahrung in den Fachgeschäften, muss man mehr als zwei bis drei Modelle probieren, bis man den Kleiderstil, der zu einem passt, herausgefunden hat.


Kleid im Bild gesehen bei Liluca in Bern, Zürich, St. Gallen und Luzern

Brautkleid gesehen bei Chez Janine

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BIN ICH TYPISCH?


Wir fragten auch, ob man Bräute in bestimmte Brautkleid-Typen einordnen kann, oder anders gesagt, ob man als Beraterin, schon wenn die Kundin das Geschäft betritt, weiss, ob man eher glamouröse oder romantische, eher pompöse oder schlichte Kleider zum Anprobieren hervorholt. Die Antwort war einerseits »Ja« und andererseits: »Man kann sich aber auch sehr täuschen.« Beides ist tröstlich zu wissen. Denn Ersteres bedeutet, dass eine Beraterin schnell erkennt, was zu uns passen könnte, und Zweiteres, dass wir trotzdem nicht so leicht in Schubladen zu stecken sind.
Wenn Sie beim Betreten des Geschäfts selbst also noch gar nicht so recht wissen, was genau Sie suchen, ist das kein Grund zur Sorge. Man wird Ihnen nur Kleider zeigen, die tatsächlich zu Ihnen passen – obwohl, so ganz stimmt das nicht. Warum, erklärt die Beraterin von Liluca: »Es ist oft aber auch wichtig, dass die Braut auch einmal ein Kleid anprobiert, das nicht zu ihrem Typ passt. Das ist dann stets eine wertvolle Erfahrung und hilft sehr beim Entscheidungsprozess.«


Kleid im Bild gesehen bei Chez Janine in Bubikon

Kleid gesehen bei Chez Janine in Bubikon

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WAS WOLLT IHR VON MIR WISSEN?


Wonach wird man Sie fragen, was möchte die Beraterin von Ihnen wissen, bevor sie die ersten Kleider hervorholt? Natürlich gibt es hier keine Standardfragen, auf die Sie als Braut sich vorbereiten müssten. Selbstverständlich wird man Sie nach Ihren Wünschen und Vorstellungen fragen. Doch wenn Ihnen da noch überhaupt nichts Konkretes vorschwebt oder Sie, andersherum formuliert, offen für alles sind, ist das genauso gut, wie wenn Sie eine detaillierte Skizze von Ihrem Traumkleid mitbringen. Monja Blatter: »Viele unserer Kundinnen wissen zu Beginn nicht, wie ihr Kleid aussehen soll. Sie wollen sich lieber von unserer Auswahl inspirieren lassen.« Ein wichtiger Punkt, nach dem man Sie fragen wird, ist das Budget. Sie sollten also wenn möglich bereits für sich festgelegt haben, wie viel ungefähr Sie investieren möchten. Es sei denn, Sie erstellen Ihren Kostenplan für die Hochzeit ‚um das Brautkleid herum‘. Hilfreiche Informationen für die Beraterinnen sind darüber hinaus: die Jahreszeit, in der das Fest stattfindet, die Art der Location und der Stil der Feier.


Kleid im Bild gesehen bei Chez Janine in Bubikon

Brautkleid gesehen bei Chez Janine in Bubikon

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WIE VIELE KLEIDER SOLL ICH ANPROBIEREN?


»In der Regel«, so Monja Blatter, »wird mit einigen komplett verschiedenen Modellen eine Stilrichtung festgelegt. Dann probiert man Kleider in ähnlichen, ausgewählten Designs, bis das richtige dabei ist.« Wie viele das sein werden, lässt sich so natürlich nicht sagen. Kann sein, dass Ihr Bauchgefühl schon beim ersten sagt: ‚Ja, das ist es.‘ Im Schnitt sind es wohl so zwischen fünf und zehn Modelle, manchmal auch mehr. Dabei sollte man aber nicht vergessen: Ein Brautkleid wirft man nicht schnell mal über und betrachtet sich damit kurz im Spiegel. Das braucht pro Modell schon ein bisschen Zeit. Und ab einer gewissen Anzahl von Kleidern verliert man ganz leicht den Überblick, sodass die Entscheidung nur noch schwerer wird, je mehr man probiert.

Kleid im Bild gesehen bei Chez Janine in Bubikon

Brautkleid gesehen im Brautparadies Thun

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WORAN ERKENNE ICH 'MEIN' KLEID?


Die Antwort aller Fachgeschäfte auf diese Frage war einhellig: Man spürt es einfach. Andrea Jaggi: »Der Bauch sagt es einem, wenn es das richtige Kleid ist. Dann hört jedes Wenn und Aber und alles Zweifeln von selbst auf.« Priska Louis: »Das ist so ein unfassbar schönes Gefühl, welches der Braut sagt: ‚Das ist es!‘« Monja Blatter: »Wenn die Braut einige Roben ausprobiert hat und plötzlich kommt eine, von der sie die Augen gar nicht mehr abwenden kann, wenn ein Strahlen in ihr Gesicht kommt, dann hat sie ihr Kleid gefunden. Bei manchen verursacht dieser Moment eine richtige Gänsehaut und manchmal fliessen auch Freudentränen.« Eine Beraterin bei Liluca: »Diesen Moment sieht man der Kundin sofort an. Sie strahlt von innen und möchte das Kleid gar nicht mehr ausziehen. Dieser Augenblick ist für uns Beraterinnen einer der schönsten Momente.«
Machen Sie sich also keine Sorgen, ob Sie ‚Ihr‘ Brautkleid auch erkennen, wenn Sie es tragen. Sie werden es wissen!


Kleid im Bild gesehen im Brautparadies Thun

Brautkleid gesehen im Brautparadies Thun

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WIE LANGE MUSS ICH WARTEN?


Die Lieferzeit bei den meisten Herstellern liegt bei drei bis sechs Monaten. Es muss aber, so Monja Blatter, nicht zwingend jedes Kleid bestellt werden. Mit ein bisschen Glück hat das Fachgeschäft Ihr Traumkleid in der richtigen Grösse auch auf Lager. Verlassen darf man sich darauf aber nicht. Deshalb sollte der Brautkleidkauf ein halbes Jahr oder mehr vor dem Hochzeitstag in Angriff genommen werden.

Den Abstecktermin legen die Fachgeschäfte gern möglichst früh, in der Regel sechs bis acht Wochen vor dem Hochzeitstag, damit auch in der Hochsaison alle Kleider rechtzeitig fertiggestellt werden können. Einen kurzfristigeren Termin gibt es natürlich, wenn Familiennachwuchs unterwegs ist, denn ein Babybauch hält sich nicht an Massvorgaben.


Kleid im Bild gesehen im Brautparadies Thun

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WIE BEREITE ICH MICH VOR?


Der Brautkleidkauf ist etwas ganz Besonderes, kein Shoppingtag wie jeder andere. Er ist in aller Regel ein Once-in-a-lifetime-Erlebnis und für manche kommt er auf der Event-Skala direkt nach dem grossen Tag selbst. Grund genug also zur Vorfreude. Und ein bisschen vorbereiten kann man sich auch. Wir haben in den Fachgeschäften gefragt, was sie empfehlen, welche Gedanken man sich bereits im Vorfeld machen sollte. ‚Nicht allzuviele‘ war überraschenderweise die Tendenz in den Antworten. Zwar sei es schon hilfreich, sich vorher zu überlegen, wohin ungefähr die Brautkleidreise gehen soll, aber wer mit allzu konkreten Vorstellungen und fixiert auf einen ganz bestimmten Stil in die Beratung komme, tue sich damit in der Regel selbst keinen Gefallen.
Monja Blatter: »Man kann sich vor dem Einkauf in Hochzeitsmagazinen oder auf den Webseiten der Fachgeschäfte oder Hersteller ein Bild der verschiedenen Stilrichtungen machen und Ideen sammeln. Man sollte sich aber auf keinen Fall auf etwas ganz Bestimmtes fixieren, denn oft sieht ein Kleid am eigenen Körper ganz anders aus als auf den perfekt bearbeiteten Werbefotos.«
Priska Louis empfiehlt, sich über eine grobe Richtung Gedanken zu machen, etwa ob das Kleid kurz oder lang, mit oder ohne Träger sein soll. Man solle aber offen sein, anderes auszuprobieren, meint Andrea Jaggi, und »ganz einfach gute Laune und viel Freude mitbringen und das Einkaufserlebnis einfach geniessen.« Ganz wichtig sei es, sagt eine Beraterin bei Liluca, »sich selbst keinen Druck zu machen und dass man sich Zeit und Raum gönnt und sich nicht von Meinungen und Erwartungen von aussen beeinflussen lässt – weder durch die der Beraterin noch durch das persönliche Umfeld.«


Kleid im Bild gesehen bei Priska Hochzeitsmode in Aarau