Hochzeitsbräuche für Bräutigam

Hochzeitsbräuche

For Men only!

Rund um die Hochzeit ranken sich jede Menge Bräuche. Viele von ihnen haben sich als fester Bestandteil der Feier etabliert. Sie sind Teil der Hochzeitstraditionen und werden gerne gepflegt. Und nicht alle sind fürs Brautpaar oder die Braut. So einige richten sich auch ganz gezielt an den Mann des Tages, an den Bräutigam. Hier eine kleine Übersicht:

 

Das Brautkleid

ist bis zuletzt das Geheimnis der Braut. So will es zumindest ein alter Brauch. Der Bräutigam darf es also erst am Tag der Hochzeit sehen. Im Gegenzug dazu hat sich im Laufe der Jahre der Parallelbrauch entwickelt, dass auch Männer ihr Hochzeitsoutfit geheim halten und sich der Braut ebenfalls erst am Tag der Trauung in ihrem Hochzeitsanzug zeigen.

 

Das Hochzeitsauto

wird nicht vom Bräutigam gefahren - und wenn er noch so gerne die Hände am Steuer hätte. Zumindest gilt das für den Tag der Hochzeit. Der Brauch behauptet nämlich, dass es Unglück bringt, wenn der Bräutigam das Hochzeitsauto selber steuert. Vermutlich liegt die Tradition am meisten darin begründet, dass Unfälle vermieden werden sollen, wenn der Bräutigam vor lauter Aufregung vielleicht weniger aufmerksam ist als sonst. Tipp der HOCHZEIT: Wenn Sie sich schon ein Traumauto für den großen Tag leisten, dann buchen Sie es auch am Folgetag oder an einem Wochenende danach und genießen dann das Selberfahren. Allerdings: Nicht immer ist das möglich. Viele Oldtimer werden aus Versicherungsgründen nur vom Eigentümer gefahren.

 

Den Brautstrauß

besorgt nach gutem alten Brauch der Bräutigam. Früher war es tatsächlich so, dass er ihn auch selbst ausgesucht hat. Heute gibt man sich damit zufrieden, dass er ihn abholt und seiner Braut zur gegebenen Zeit offiziell überreicht. Den meisten Bräuten ist die moderne Variante lieber - so haben sie schließlich Einfluss auf das Aussehen ihres Brautstraußes und können sicher sein, dass dieser auch wirklich nach ihrem Geschmack und Wunsch ist.

 

Der Junggesellenabschied

ist natürlich einzig und alleine seine Angelegenheit! Mädels haben dabei nichts zu suchen - es sei denn die Männerrunde besucht den obligatorischen Stripclub. Allerdings sind die Möglichkeiten mittlerweile weitaus breiter gestreut - vom Motorrad-Ausflug bis hin zum Abenteuerwochenende. Man tut, was Spaß macht. Vorbereitet wird das Ganze von den Kumpels oder vom Trauzeugen.

 

Das Strumpfbandwerfen

hat sich - wie das Brautstraußwerfen - längst als fester Bestandteil am Hochzeitstag eingebürgert. Und beides ist auch miteinander verwandt. Denn während der Brauch um den Brautstrauß behauptet, dass die Junggesellin, die ihn fängt, als nächste heiraten wird, soll genau dasselbe für den Junggesellen gelten, der das Strumpfband erwischt. Und so geht's: Der Bräutigam holt sich zu vorgerückter Stunde das Strumpfband vom Bein der Braut. Das kann ruhig wirkungsvoll geschehen, indem er den Rock vor aller Augen langsam und Stück für Stück nach oben schiebt, bis das Strumpfband zu sehen ist. Dann streift er es ab und wirft es rücklings in die Runde der Junggesellen. Wer es fängt, hat wie gesagt die besten Aussichten darauf, als nächster vor den Traualtar zu ziehen - sofern man dem Brauch Glauben schenkt.

 

Die Brautentführung

ist ja eigentlich ein Spaß, den sich die Hochzeitsgäste leisten. Am Ende ist aber doch der Bräutigam der Hauptakteur. Schließlich will er seine Angebetete ja wieder zurück. Bei der Brautentführung wird die Braut in einem unbemerkten Moment "gestohlen" und an einen geheimen Ort verbracht, meist in eine nahegelegene Kneipe. Sobald der Bräutigam bemerkt, dass die Braut fehlt, sollte er sich natürlich sofort auf die Suche nach ihr machen. Hat er sie gefunden, muss er sie "auslösen" - ganz einfach, indem er die Zeche für alles bezahlt, was bis dahin konsumiert wurde.

 

Der Hochzeitslader

bot seine Dienste ebenfalls dem Bräutigam an. Der Brauch ist eher regional angesiedelt und heute nicht mehr allzu sehr verbreitet. Aufgabe des Hochzeitsladers ist es, gemeinsam mit dem Bräutigam die Eltern der Braut aufzusuchen und mit überlieferten Sprüchen um ihre Hand anzuhalten. Je nachdem, wie Hochzeitslader und Bräutigam von den Eltern bewirtet werden, lässt sich ablesen, ob der Antrag erfolgreich war: Werden zum Beispiel Würste serviert, ist alles in Ordnung, gibt es hingegen gestockte Milch, ist der Antrag abgelehnt. Dass im ersteren Fall mit Handschlag und Geldstück ein Okay besiegelt wird, zeigt, dass der Brauch aus längst vergangenen Zeiten stammt. Bei der Hochzeit selbst hat der Hochzeitslader die Aufgabe eines Zeremonienmeisters: Er koordiniert den Festablauf, moderiert und kümmert sich um die Unterhaltung der Hochzeitsgäste.

 

Über die Schwelle tragen

muss der Bräutigam seine Braut nach der Hochzeit. Und zwar hinein ins Haus beziehungsweise in die Wohnung oder zumindest in die Hochzeitssuite des Hotels, in der man die erste Nacht als Ehepaar verbringt. Der Brauch basiert auf dem Glauben, dass hinter der Türe böse Geister lauern. Trägt der Bräutigam seine Braut über die Schwelle, sollen diese ihr aber nichts anhaben können.

 

Die Morgengabe

diente einst dazu, die Braut abzusichern. Was immer der Bräutigam ihr hier schenkte, ging in ihren alleinigen Besitz über und gehörte ihr auch im Falle einer Scheidung oder wenn ihr Mann verstarb. Meist wurden deshalb Ländereien oder aber wertvoller Schmuck verschenkt. Bis heute ist die Morgengabe eine schöne Tradition, die gerne gepflegt wird. Geschenkt wird, was immer der Braut Freude bereitet - und sei es ein Wellnesswochenende mit ihrem Liebsten. Ob man den Brauch nun am Morgen nach der Hochzeit, wie ursprünglich gedacht, oder aber schon vor der Trauung pflegt, ist heute ganz und gar dem Bräutigam überlassen.