Bräute erzählen vom Brautkleidkauf

Bräute erzählen

Gesucht, gefunden!

Mit diesen Geschichten ließen sich wohl Bücher füllen: Was Frauen so erleben, wenn sie ihr Hochzeitskleid suchen. Hier erzählen fünf Bräute von ihren Shoppingtouren. Jede Story ist anders, doch am Ende sind sie alle gleich: Sie finden ihr Happyend in einem Traumkleid. Gehen Sie mit auf einen kleinen Einkaufsbummel, wenn Bräute von ihren Erfahrungen erzählen:

 

Lara: "Prinzessinnen haben wohl viele Geschmäcker - zum Glück habe ich meinen noch rechtzeitig gefunden!"

Jedes Mädchen will das doch: Aussehen wie eine Prinzessin. Und Prinzessinnenkleider sind nunmal glamourös und funkelnd und mit einem Riesenrock. Ich wollte das auch. Mein Leben lang habe ich davon geträumt (das glaubte ich zumindest!). Also war meine Vorstellung auch sonnenklar, als ich den Termin im Brautgeschäft antrat. "Ich stelle mir da einen ganz großen Rock vor", fing ich an. "Am besten aus viel Tüll. Oder gerüscht. So richtig fluffig und weich und sehr weit ausgestellt. Und mit Schleppe." Der Blick der Verkäuferin irritierte mich. Ich fand ihn fast ein bisschen unverschämt. "Ich denke, dass sich für Ihre Figur doch eher ein etwas ruhigerer Stil empfiehlt", sagte sie. Bitte? An meiner Figur ist rein gar nichts auszusetzen. Ich bin nicht dick. Ich bin sogar total zierlich. Und klein. 1,63, um es genau zu sagen. Dass man damit keine Prinzessin sein konnte, verstand ich nicht. "Wir probieren es einfach aus", nickte meine Beraterin schließlich. Und dann brachte sie schon einen Traum von Kleid wie ich ihn mir vorgestellt hatte. "Genau so!", jubelte ich. Unter einer mit Kristallen besetzten Korsage mit sehr tiefem Ausschnitt entfaltete sich ein riesiger Rock zu einer einzigen Tüllwolke. Fantastisch! Meine Vorfreude, da hineinzuschlüpfen, stieg ins Unermessliche. Und sank wenig später schlagartig auf Null, als ich mich wieder vor dem Spiegel stehen sah: Irgendwie wirkte ich mehr breit als hoch, ich versank förmlich in einem undefinierbaren Stoffberg, der mich zu verschlingen schien. "Gut, an der Länge müsste man sowieso noch arbeiten. Und die Taille wäre schon auch noch auszugleichen", sagte die freundliche Frau an meiner Seite. Ok - als Kunde war ich König. Doch als Braut wollte ich mich trotzdem nicht blamieren. "Was würden Sie mir denn empfehlen?", fragte ich. Es war die richtige Frage zur richtigen Zeit. Denn die Kleider, die ich daraufhin anprobierte, passten wirklich zu mir. Meine Entscheidung fiel auf ein romantisches Empire-Kleid. Traumhaft schön! Und - man staune - ebenfalls mit Prinzessinnen-Feeling.

 

Steffi: "Manchmal bezahlt man teuer, wenn man sparen möchte ..."

An irgendetwas müssen wir sparen. So viel stand fest. Und dass es nicht gerade am Fest selbst sein sollte, auch. Denn daraus wollten wir doch die Party unseres Lebens machen. Nicht nur für uns, sondern auch für unsere Familien und Freunde. Also könnte man sich doch beim Brautkleid etwas zurückhalten. Dachte mein Verlobter Sven. Und ich war einverstanden. So ein Kleid für einen Tag ... Das muss ja nicht gleich ein Vermögen kosten. Ich werde schon was Passendes finden, das nicht so teuer ist. Also habe ich im Internet recherchiert. Na bitte! Da gab's jede Menge, das in unserem Budget zu liegen schien. Sogar mit Stickereien und Perlen und Schleppenrock. Super! Und so stand ich auch schon vorm Spiegel, um meine Maße zu nehmen, und schickte wenig später die Bestellung los. Es dauerte eine Weile, bis ich Post bekam. Aber was ich da zusammengeknüllt bis zum Gehtnichtmehr aus dem Päckchen zog, erinnerte mich nicht im Geringsten an das, was ich zu kaufen glaubte. Da kam ein Knitterberg von Kleid zum Vorschein. Der Stoff fühlte sich so gar nicht an, wie ich es erwartet hatte. Er war billig, kratzig und unangenehm auf der Haut. Schon beim Auspacken kullerten mir darüber hinaus die ersten Perlen entgegen. Und es sollten nicht die letzten sein, die sich ganz ohne mein Zutun selbstständig machten. Ich war enttäuscht. Und noch viel mehr als ich es anhatte. Nichts saß. Für das Top hatte ich zu wenig Busen, in der Taille war ich zu schlank, an der Hüfte zu breit. Ich empfand keine Freude, keine Begeisterung, kein Vergnügen. Zu guter Letzt fand ich das Kleid meiner Träume doch in einem Brautgeschäft. Eines, das ich mir leisten konnte und das mir das erhoffte Gefühl brachte: DAS IST ES! Ich fühlte mich supergut und wunderschön darin! Das Geld für meinen ersten "Versuch" hätte ich mir wirklich sparen können!

 

Melina: "Nie im Leben hätte ich mich selbst in einem großen Romantikkleid gesehen - bis ich eines anhatte!"

Ganz ehrlich: Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, welches Brautkleid ich einmal tragen würde, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Eine große Robe, mit üppig drapiertem Rock, langer Schleppe, tief dekolletierter Korsage und luxuriösen Verzierungen? Ich doch nicht! Ich bin der pure, ganz schlichte, natürliche Typ! Mit dieser Einstellung habe ich also das Brautgeschäft betreten und gleich Klartext gesprochen: Ich möchte etwas gaaaaanz Schlichtes! Die Verkäuferin lächelte. "Gerne", meinte sie. "Haben Sie schon eine genaue Vorstellung, wie das Kleid aussehen soll?" Na, schlicht eben, sagte ich. Also zeigte sie mir einige Kleider. Erst mal nur zum Schauen. Ein A-Linien-Kleid mit wenigen Perlen am Ausschnitt. Ein Empire-Kleid mit gerafftem Unterbrustband. Eine Kombination aus Godetrock und Korsage - ganz unverziert. Und noch ein paar Kleider. Ich entschied mich dafür, zuerst das Empirekleid anzuprobieren. Hm. Irgendwie ein bisschen "wenig", dachte ich, als ich vor dem Spiegel stand. Vielleicht doch besser das A-Linien-Kleid. Das hatte ja wenigstens eine kleine Schleppe. Schon besser. Aber der Funke wollte nicht überspringen. Und meinem Gesichtsausdruck war das wohl deutlich anzusehen. "Wissen Sie was?", sagte die Verkäuferin, "ich bringe Ihnen jetzt doch mal ein Kleid, das ein bisschen üppiger ist. Nur mal zum Probieren." Und schon bog sie mit einem Rauschekleid um die Ecke, zu dem ich niemals gegriffen hätte. "Ich weiß nicht ...", wollte ich noch einwenden. Aber irgendwie war jede Widerrede fehl am Platz. Und so steckte ich wenige Augenblicke später in einem Kleid, das den Ausdruck "Prinzessinnenrobe" verdiente. Ich weiß nicht wieso, aber es fühlte sich gut an. Zum ersten Mal an diesem Tag hatte ich dieses Aha-Erlebnis. Mein großes Wow kam ein Kleid später. Ich hatte es an und wusste: Das ist es! Kein Gedanke mehr an schlicht! Es passte so wie es war und es passte in seiner Art genau zu mir. Ich hätte das nicht für möglich gehalten. Mein Tipp an euch: Haltet euch alle Möglichkeiten offen! Gebt auch dem Look eine Chance, den ihr eigentlich für ausgeschlossen haltet! Erst, wenn man ein Kleid anhat, weiß man, wie es sich anfühlt!

 

Maja: "Aschenputtel oder Vamp? Irgendwie bin ich doch beides!"

Als ich mit meiner Mutter in der Brautboutique saß, hätte ich vor lauter Aufregung vom Stuhl kippen können. Hunderte von Traumkleidern, eng an eng. Schönste Stoffe überall. Alles so plüschig, romantisch und weich. Alleine das Ambiente mit den Biedermeier-Sofas vor rosa Wänden mit goldgerahmten Bildern! Und ich soll am Ende mit nur einem Kleid hier rausspazieren? Wie sollte man denn dieses EINE bitte finden? Bei jeder Robe, die man mir zeigte, schlug mein Herz bis zum Hals. Und was ich anprobierte, hätte ich am liebsten sofort einpacken lassen. Meine Mutter war auch keine große Hilfe: "Du siehst so schön aus!", sagte sie mit Tränen in den Augen - und zwar jedes Mal, wenn ich mit dem nächsten Kleid aus der Kabine kam und mich vor den großen Spiegeln drehte. Ja, ich fühlte mich auch schön! Irgendwann stand die Entscheidung zwischen einem pompösen Schleppenkleid mit geschnürtem Oberteil und am Po getufftem Rock und einer sehr eleganten Fishtailrobe aus feinster Spitze an. Ich war hin und hergerissen. Beide wunderschön! Beide standen mir super! In beiden fühlte ich mich einfach perfekt: Im großen wie Aschenputtel, das auf den Ball ging, im schmalen so unglaublich weiblich und verführerisch. Beide waren richtig - das wusste ich. Aber eines durfte es nur sein. Die Entscheidung war nicht einfach - aber ich traf sie zugunsten des Schleppenkleides. Der große Auftritt in der Kirche sprach dafür. Und dass ich solch ein Luxuskleid doch wirklich nur dieses eine Mal in Leben tragen würde. Vier Wochen später war ich zur Anprobe wegen kleiner Änderungen noch mal in der Boutique. Ich konnte es nicht lassen: Ich musste mir "mein" Spitzenkleid noch einmal ansehen. Und verließ wieder gebrochenen Herzens den Laden. "Schade, dass ich mir nur ein Kleid leisten kann", sagte ich zu meiner Muter. Die nickte verständnisvoll. Ein paar Tage später waren wir zum Shoppen in der Stadt. "Komm, wir müssen noch was erledigen", sagte sie. Ich war platt, als sie die Brautboutique ansteuerte. Mein Spitzenkleid wurde gebracht. "Probieren Sie es nochmal an", sagte die Verkäuferin. Bitte was? "Unser vorgezogenes Hochzeitsgeschenk", strahlte meine Mutter. Glücklicher hätte man mich nicht machen können. Jetzt nenne ich zwei Träume mein Eigen: einen fürs Standesamt und einen für die Kirche. Ich habe die besten Eltern der Welt! Dankeschön!

 

Franziska: "Ein Kleid, ein Volltreffer - so einfach kann's gehen!"

Ganz ehrlich: Ich hatte keine Ahnung, was ich eigentlich wollte, als ich zum Brautkleidkauf ging. Mir haben die Beschreibungen von Freundinnen oder anderer Frauen in den Foren regelrecht Angst eingejagt, die da immer wieder verlauten ließen: "Ich wusste genau wie mein Traumkleid aussieht!" Ich eben nicht - ich hatte nicht die leiseste Ahnung davon. Wenn ich in Zeitschriften blätterte, dann gefiel mir mal das und mal das. Eine bestimmte Stilrichtung konnte ich daraus nicht ableiten. Und mir vorstellen, wie ich in dem einen oder anderen Kleid aussehen würde, das konnte ich schon gar nicht. Also stand ich mit recht gemischten Gefühlen im Brautmodengeschäft und nahm mir vor, alles einfach auf mich zukommen zu lassen. Dass meine Antwort auf ihre Frage, was ich mir denn vorstelle, "keine Ahnung" lautete, schien die Verkäuferin nicht weiter aus der Fassung zu bringen. "Kein Problem - ich schlage Ihnen ein paar Modelle vor, von denen ich glaube, Sie könnten Ihnen gut stehen", sagte sie. Dass ihr geschulter Blick gleich Kleid eins zum Volltreffer machen würde, hätte ich nie und nimmer gedacht. Aber genau so war es: Sie brachte eine elegante, figurbetonte Robe mit gerafftem Oberteil und gestuftem, A-förmig ausgestellten Rock. Ich zog sie an - und das war's einfach! Ein Gefühl, das dir sagt: Passt!!! Ich habe noch drei weitere Kleider anprobiert, bin aber beim ersten geblieben. Unglaublich, oder?