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Welches Material passt zu mir?

Der Stoff der Träume

 

Wer das perfekte Brautkleid sucht, hat die Qual der Wahl. So soll die festliche Robe nicht nur dem eigenen Typ schmeicheln, sondern auch dem Hochzeits-Stil und der Jahreszeit entsprechen. Die Eigenschaften der Stoffsorten, aus denen Hochzeitskleider gefertigt werden, bestimmen dabei nicht nur wie Schnitt und Farbtöne wirken, sondern fühlen sich auch auf der Haut sehr unterschiedlich an. Unsere Übersicht fasst die wichtigsten Materialeigenschaften, vom Gewicht bis zur Lichtreflexion zusammen.

 

 

1. Taft

 

Taft wird für Brautkleider mit Raffungen verwendet. Ihn kennzeichnet ein glattes und leichtes Gewebe mit feiner Oberfläche und matter Optik. Je nach Lichteinfall kann ein dezent glänzender Farbwechsel auftreten. Das steife Material wirkt immer luxuriös und ist eine ideale Grundlage für Stickereien. Taftstoffe können aus reiner Seide oder aus hochwertigen Kunstfasern hergestellt werden. Das Material ist äußerst fest und insbesondere in der Polyestervariante unempfindlich.

 

 

2. Chiffon & Georgette

 

Chiffon und Georgette werden gern bei dezenten Brautkleidern als oberste Lage verwendet. Chiffon ist zart, matt, transparent und hat eine leicht gewebte Struktur. Sein hauchdünnes, federleichtes Gewebe wird aus Naturseide, Baumwolle oder Kunstfasern gefertigt. Die Feinheit und Durchsichtigkeit des Stoffs ist ideal für ein festliches Brautkleid. Auf Grund der Transparenz der Seide und der Viskose werden meist einige Lagen übereinander gelegt. Chiffon ist ein femininer Stoff, der durch seine weiche Transparenz besonders für romantische Sommerhochzeiten geeignet ist. Er ist sehr angenehm zu tragen, allerdings durch die Feinheit auch sehr empfindlich. Georgette dagegen ist ein wenig fester und schwerer als Chiffon, besitzt aber die gleichen Eigenschaften. Der Stoff ist ein zartes, feines Gewebe, das fließend fällt und der Braut sehr schmeichelt. Auf Georgette kann Spitze appliziert werden. Chiffon ist dafür zu empfindlich.

 

 

3. Tüll

 

Das durchsichtige und netzartige Gewebe ist nicht nur leicht, sondern auch steif und stabil. Dadurch ist es das ideale Material, das Form und Volumen liefern kann und sogar als Grundlage für Stickereien geeignet ist. Feinmaschiger Tüll ist ein romantisches Material das besonders gerne bei Brautschleiern eingesetzt wird. Bei Kleidern wird es für weite, klassische und aufwändig bestickte Röcke verwendet. Reifröcke, Petticoats, Volumenunterröcke oder gar gesamte Brautröcke werden aus vielen Lagen leichtem Tüll gefertigt und schaffen in Kombination mit einer eng anliegenden Korsage eine besonders feminine Silhouette. Tüll wird gewöhnlich aus Polyester hergestellt.

 

 

4. Satin

 

Satin zählt zu den Klassikern unter den Stoffen für Brautkleider. Durch seine glatte, glänzende Oberfläche wirken Satin-Kleider besonders edel und elegant. Satin fällt schwerer als reine Seidenstoffe und wird häufig bei reich bestickten Kleidern verwendet. Der schwere, feste Stoff zieht sich durch sein hohes Gewicht immer wieder glatt. Er ist anschmiegsam, knitterfrei und pflegeleicht. Satin wird aus Seide oder Polyester hergestellt.

 

 

5. Organza

 

Organza ist ein festes, dünnes und sehr transparentes Gewebe mit steifem Griff, das für besondere Effekte an Brautkleidern verwendet wird. Da das Material zugleich fest und griffig, aber auch sehr leicht ist, kann es vielfältig verarbeitet werden. Das glänzende Material, das glitzernd im Licht changiert, kann dem Kleid zugleich Volumen geben und es beschwingt und luftig aussehen zu lassen. Organza wird nicht nur verwendet, um aufgebauschte, voluminöse Röcke zu kreieren, sondern auch um glänzende und robuste Schmuck-Blüten zu formen. Die weich fließende, zarte und fein schimmernde Optik kann durch die Verwendung von Seide oder mit synthetischen Fasern wie Viskose und Polyester hergestellt werden. Da das Material aus Seide sehr empfindlich ist, wird es bei Brautkleidern meist aus synthetischen Fasern hergestellt.

 

 

6. Spitze

 

Spitze dient der Dekoration des Brautkleides. Meist wird die Spitze als Randverzierung verwendet, sie kommt aber auch in Form von sanften Drapierungen vor und manche Brautkleider sind sogar komplett mit Spitze überzogen. Sie gibt dem Kleid etwas Verspieltes und Märchenhaftes. Die fein gemusterten, durchbrochenen Flächen greifen meist auf florale oder geometrische Motive zurück. Der Look wird durch die Verwendung der Spitze feminin und romantisch.

 

 

7. Seide

 

Seide wird aus dem Kokon der Seidenraupe gewonnen und wurde bereits 3000 v. Chr. In China entdeckt. Sie ist nach wie vor einer der beliebtesten Stoffe für Hochzeitskleider. Echte Seide bietet bei allen Temperaturen einen angenehmen Tragekomfort. Bei Hitze kühlt sie und bei Kälte wärmt sie. Der edle Glanz und das Spiel mit Licht und Schatten verleiht dem Stoff sein luxuriöses Aussehen. Seidengewebe sind weich, anschmiegsam und reißfest, aber auch sehr empfindlich. Unterschieden wird zwischen Wildseide und Taftseide. Die Wildseide wirkt mit ihren Fadenverdickungen etwas rustikaler. Die teurere Taftseide (auch Thaiseide) weist eine feine und glatte Oberfläche auf.

 

 

8. Samt

 

Samt fühlt sich nicht nur weich an, sondern ist auch warm und anschmiegsam und damit das ideale Gewebe für eine Hochzeit im Winter. Der feste, schwere Stoff besitzt eine filzige Oberseite und eine glatte Unterseite. Er wird hergestellt, indem ein zweiter Faden eingewebt wird, der Schlaufen bildet, welche auf einer Seite aufgeschnitten werden. Brautkleider aus Samt erinnern an historische Prunkgewänder, denn bereits im 13. Jahrhundert trugen die Adligen in Italien Samtroben. Der Stoff kann aus Baumwolle, Wolle, Leinen, Seide, Viskose und diversen synthetischen Fasern hergestellt werden, wobei die Oberflächenwirkung von Material zu Material variiert.

 

 

9. Leinen

 

Leinenstoffe werden aus den Fasern der Flachspflanze gewonnen und sind heute als ökologische Naturfaser beliebt. Die natürliche Farbe ist gelbbraun bis graubraun, durch Bleichen kann aber auch ein reines Weiß geschaffen werden. Besonders im Sommer ist Leinen auf der Haut leicht und angenehm. Der unempfindliche und pflegeleichte Stoff wird gerne von Bräuten getragen, die mit einer „green-wedding“ ihre ökologische Einstellung zeigen und bei strahlendem Sonnenschein unter freiem Himmel feiern wollen.

 

 

10. Brokat

 

Brokat ist ein edler, schwerer Stoff der mit feinen Metallfäden, zum Teil mit Gold- und Silberfäden, durchwebt ist. Die Stoffe erinnern an Prägedruck oder gar Stickereien und wirken sehr glamourös. Oft finden sich auffällige Ornamente und Muster auf Brokatstoffen. In früheren Zeiten wurde Brokat gerne von Adligen und kirchlichen Würdenträgern getragen. Der Stoff ist besonders für glamouröse Hochzeiten im Herbst oder Winter geeignet.

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Dieses Traumkleid von Demetrios zeigt, wie formvollendet Spitze, Tüll und Taft in verschiedenen Lagen zusammenspielen können. Die Korsage aus dem festen, stabilen Taft macht die Modellierung mit verschiedenen Lagen möglich. Die Schmuckblumen aus Taft und Tüll leiten zu dem langen Rock über, der aus einer Taft-Schleppe und einem mit Spitze bestickten Tüll-Unterrock besteht.

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Dieses Brautkleid aus der Lignesse-Linie von Lohrengel zeigt, wie gut sich Taft dazu eignet, kunstvolle, stabile Formen zu modellieren. Mit Taft kann ein Kleid geformt werden, das wie ein stabiles Kunstwerk zum Anziehen aussieht und den ganzen Hochzeitstag über seine skulpturgleiche Form behält.

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Dieses romantische Kleid aus der Kollektion 2015 von Justin Alexander zeigt, wie Georgette durch seine federleichte, fein fließende Beschaffenheit jede Braut feminin und feengleich wirken lässt.

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Dieses klassische Brautkleid von "Sottero and Midgley" zeigt, wie mit Tüll eine besonders feminine Silhouette erzeugt werden kann. Tüll liefert besonders viel Volumen. Der weite Rock kommt gerade in der Kombination mit dem eng anliegenden Oberteil gut zur Geltung.

 

 

 

 

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Wie der stabile Tüll nicht nur zum Schaffen von Volumen, sondern auch für raffinierte Rüschen verwendet werden kann, zeigt dieses Kleid von "Sottero and Midgley".

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Ein Traum aus luftiger Leichtigkeit wird mit diesem Kleid von Demetrios wahr. Die großen Rüschen aus Tüll wellen sich schwungvoll um die Beine der Braut, während die eng anliegende Spitzenkorsage ihre elfenhafte Silhouette betont. Der weite, mit Spitzenstickereien versehene Tüllschleier passt durch seine Durchsichtigkeit ideal in das Konzept der federleichten Zartheit.

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Wie dagegen weite Rüschen aus Organza wirken, zeigt dieses Kleid aus der gleichen Reihe von Demetrios. Der Stoff vermittelt genau wie Tüll eine luftige Leichtigkeit, die Rüschen fallen aber in feineren Formen.

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Dieses Kleid von Demetrios zeigt eindrücklich wie stabil der Stoff Tüll ist. Er eignet sich nicht nur, um darauf Stickereien anzubringen, sondern kann auch problemlos mit hunderten von Straß-Steinen verziert werden.

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An diesem Kleid von Sweetheart wird deutlich, wie ein Unterkleid aus Satin durch eine zusätzliche Lage aus besticktem Georgette zugleich fest und leicht wirken kann.

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Dieses Kleid von Demetrios zeigt, wie die Kombination von Spitze auf Georgette zeitlos schön miteinander harmonieren kann.

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Satin ist ein Stoff, der durch seine glatte, glänzende Oberfläche besonders edel und elegant wirkt. An diesem Beispielkleid von Demetrios wird auch sichtbar, wie sich der Stoff durch sein schweres Gewicht immer wieder selbst glatt zieht.

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Wie kreativ Satin durch seine Formbarkeit und Stabilität verarbeitet werden kann, zeigt dieses modern geschnittene Brautkleid von Demetrios.

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Auch in diesem Beispiel von Lillian West wird die edle Stabilität und skulpturengleiche Formbarkeit von Satin sichtbar.

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Die Seide spielt mit Licht und Schatten. Dieses Seidenkleid von Justin Alexander zeigt den edlen Glanz des historischen Stoffes, der jedem Kleid ein luxuriöses Aussehen verleiht.

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Dieses Modell von "Sottero and Midgley" zeigt, wie große Tüllrüschen in Kombination mit einem eng anliegenden Oberteil aus Taft eine traumhaft feminine Silhouette erzeugen.

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In jeder Hinsicht Spitze ist dieses Brautkleid von "Sottero and Midgley". Die Kombination aus einem Spitzenbolero und schräg abfallenden, spitzenbesetzten Tüllrüschen macht dieses Kleid romantisch und zugleich extravagant.

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Schlicht und elegant ist dagegen dieses klassisch geschnittene Seidenkleid aus der Lignesse-Linie von Lohrengel.

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Schon etwas ausgefallener kommt dieses Seidenkleid von Justin Alexander daher. In jedem Fall aber verleiht die im Licht changierende Seide jedem Kleid etwas zeitlos Edles.

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Wie eine schlichte Form durch extravagante Spitzenstickereien aufgepeppt werden kann, zeigt dieses Brautkleid von "Sottero and Midgley". Die dicht beieinander platzierte Spitze im Oberteil fließt im Rock gestreut auseinander und lässt das Kleid so nach unten hin immer leichter wirken.