Rednen für Hochzeit

Hochzeitsreden

Hör mal, wer da spricht!

Es gibt ein Wort, das bei jeder Hochzeit fällt: "Ja". Ohne dieses Ja-Wort geht es gar nicht, denn erst dann sind Braut und Bräutigam verheiratet. Und doch bleibt es nicht bei diesem einen Wort. Es wird noch eine Menge andere geben: bei Glückwünschen, Liebesbekundungen, Gesprächen - und bei Hochzeitsreden. Auch letztere gehören unbedingt dazu, wenn zwei Menschen den Bund fürs Leben schließen. Aber wer hält eigentlich eine Rede? Bei Tisch gibt es eine traditionelle Reihenfolge dafür, nämlich diese:

 

  1. Rede der Brauteltern
    Die Rede der Brauteltern (in der Regel des Brautvaters - manchmal noch ergänzt von den Reden der Großeltern der Braut) eröffnet die Redenabfolge an der Hochzeitstafel. Der richtige Zeitpunkt ist vor dem Hauptgang gegeben, also nach der Suppe / Vorspeise. Gibt es anstelle eines servierten Hochzeitsmenüs am Tisch ein Hochzeitsbüffet, an dem sich jeder selbst bedienen kann, so sollte der Brautvater das Wort während der ersten Phase des Essens erheben. Am besten, man unterbricht die Hochzeitsgesellschaft, indem jemand ans Glas klopft oder der DJ um Aufmerksamkeit bittet.

  2. Die Rede der Eltern des Bräutigams
    Die Eltern des Bräutigams schließen sich mit ihrer Rede noch vor dem Hauptgang direkt an die Rede des Brautvaters an. Ist die Zeitspanne hier allerdings zu kurz, so hat die Rede der Bräutigammutter oder des Bräutigamvaters auch noch nach dem Hauptgang einen guten Platz. Falls gewünscht, dürfen an dieser Stelle auch noch die Großeltern des Bräutigams das Wort ergreifen.

  3. Die Rede der Trauzeugen
    Sobald die Eltern (und vielleicht auch Großeltern) von Braut und Bräutigam ihre Ansprachen gehalten haben, kommen die Trauzeugen an die Reihe.

  4. Weitere Gäste
    Im Anschluss daran haben weitere Gäste die Möglichkeit, ein paar Worte zu sagen. Manchmal wird die Gelegenheit von Verwandten oder von Freunden und Kollegen genutzt.
Hochzeitsreden

 

Das Brautpaar selbst sollte bei seiner Hochzeit übrigens auch sprechen. Und das nicht nur einmal. In der Regel hält es an seinem Hochzeitstag gleich dreimal eine Rede, nämlich in Form einer Begrüßungsrede, einer Festrede und einer Abschiedsrede. Dabei dürfen sich Braut und Bräutigam natürlich einigen, wer von beiden Wortführer ist. Meist übernimmt es der Mann.

 

Wann ist eine Rede gut?

Grundsätzlich sollte sie nicht zu lang sein. Bei den meisten Menschen lässt die Aufmerksamkeit nach einer gewissen Zeit nach, deshalb am besten kurz fassen. Die magische Grenze von fünf Minuten sollte keinesfalls überschritten werden. Je mehr Redner es bei einer Hochzeit gibt, desto besser wäre es, wenn sich die einzelnen Beiträge kurz hielten. Sonst kann es für die Hochzeitsgesellschaft und das Brautpaar schnell ermüdend werden. Um die Reden ideal zu platzieren, spricht man sich vorher ab, wann wer das Wort ergreift. Falls es keinen Zeremonienmeister oder Weddingplanner gibt, der den Ablauf federführend betreut, übernehmen oftmals die Trauzeugen die Koordination.

 

Und die Zuhörer?

Sie sollten natürlich aufmerksam sein - ganz gleich, wer da spricht! Für Redner gehört es sich nicht, dass sie dann sprechen, während Gäste essen. Ebenso wenig gehört es sich für Hochzeitsgäste, während einer Rede zu essen. Selbstverständlich stellt man auch die Unterhaltung ein. Den Redner einfach zu ignorieren und mit seinem Gesprächspartner weiterzuplaudern wäre äußerst unhöflich.

 

Kleiner Knigge-Tipp

Werden Toasts aufs Brautpaar ausgesprochen, hebt man dazu niemals eine Kaffee- oder Teetasse! Man stößt auch nicht mit einer Tasse an. Falls die Rede an der Kaffeetafel gehalten wird und nur Tassen oder Wassergläser auf dem Tisch stehen, dann unterlässt man es, das Glas zu heben oder anzustoßen. In diesem Fall sollte der Redner seine Ansprache auch mit einem alternativen Schlusssatz beenden, beispielsweise: "Ich wünsche dem Brautpaar alles erdenklich Gute!"