Urban Organic Wedding

Liebe hoch 2

Wir sehen die vollendete Symbiose von Gegensätzen: Klare, grafische Linien, ein cooler Loft-Charakter, moderne, schnörkellose Formen - und dann auf der anderen Seite warme Ocker-, Gold- und Brauntöne als Kontrast zum kühlen Look, Holz als natürlicher Bruch zu Stahl und Metall. Dieses Konzept beweist: Alles ist möglich. Und: Stile lassen sich brechen, wenn man nur weiß wie und ein gekonntes Gesamtwerk konzipiert. Es ist die Idee von Weddingplannerin Sonja Neubert von Trauwerk, die dieses Konzept unter dem Thema »Liebe hoch zwei - Urban Organic Wedding« entwickelte. Und das aus gutem Grund: Denn die kreativen Ideen in der Hochzeitsgestaltung sind aktuell so vielfältig wie nie. 

 

Das Motto

»Liebe hoch 2 - Urban Organic Wedding«, so lautet es. Und all diese Komponenten lassen sich nicht nur fühlen und sehen, sondern auch erklären: »Hat man nicht das Gefühl zu fliegen, wenn man verliebt ist?«, fragt Hochzeitsplanerin Sonja Neubert. »Und wenn man dann noch hoch über der Stadt heiratet ... So entstand der Titel zu diesem Konzept.« Was er verspricht, wird auch gehalten. Denn die Location liegt tatsächlich hoch über der Stadt, genauer gesagt hoch über München, in einem stillgelegten Kraftwerk, das ein wunderschönes loftartiges, modernes Ambiente bietet. Hinzu kommt der Mix aus »urban« und »organic«, der mit der Dekoration und Gestaltung Einzug hält. »Farblich habe ich mich auf die Pantone Herbstfarben 2018 konzentriert: Deshalb verwenden wir als Hauptfarbe ein Ockergelb namens 'Ceylon Yellow'. Kombiniert wurde es mit Zitronengelb, einem Hauch Violett und dazu noch 'Martini Olive', eine Art Braun-Grün«, sagt Sonja Neubert.

 

Das Design

Ein großes Thema im Hochzeitsdesign sind aktuell Brush Lettering und Kalligraphie - und das nicht nur auf Papier. Sonja Neubert schlug daher eine Mischung aus einer organischen Handschrift und einer serifenlosen Satzschrift vor. Als organisches Element sollte zudem die Craspedia (die gelbe Blütenpflanze mit dem runden Kopf) in die Papeterie aufgenommen werden. »Außerdem fand ich die Verwendung von unterschiedlichen Papieren sehr reizvoll und schlug vor, für die Platzkarten echte Blätter zu beschreiben«, sagt die Weddingplannerin. Auf der Basis dieser Inspiration entstand somit ein Look für die Papeterie, der - wie das Gesamtkonzept - mit ganz verschiedenen Einflüssen und vermeintlichen Gegensätzen spielt, die sich zu einem spannenden Mix zusammenfügen. »Das Thema sollte sich ganz klar auch in unserer Papeterie widerspiegeln«, sagt Nadine von Purpur-manufaktur über ihre Designumsetzung. »Darum haben wir für den urbanen Touch mit dem modernen, fein gerippten Papier 'Vice Versa' von Gmund gearbeitet und es mit einem Büttenpapier, das an allen Kanten gerissen ist, kombiniert, um auch die organische Komponente mit einzubringen.«

 

Die Floristik

Es gibt so vieles, was man hier entdecken kann. Alleine die Craspedia mit ihrem gelben Bommelkopf und der ansonsten linearen Form zieht die Blicke auf sich. Aber die Blume ist ja nicht alleine. Es kommt noch eine Menge Weiteres hinzu, was sich besonders in der Gesamtgestaltung des Tisches zu einer ebenso gelungenen wie aufregenden Komposition vereint. Auf der Tafel befindet sich ein organischer Läufer. Darauf geradlinige, moderne, goldene Kerzenständer mit weißen Stabkerzen. »Metallisches Gold werden wir demnächst bei Hochzeiten wieder vermehrt sehen«, prognostiziert Weddingplannerin Sonja Neubert. Und so befinden sich die gelben Blumengestecke in goldenen Schalen. Auf den Tellern mit ihrem feinen ockerfarbenen Mustern liegt eine locker geknotete Serviette mit ausgefranstem Rand, darauf im Wechsel eine Nutanus-Blüte, dann wieder eine Craspedia. Aber nicht nur die Ansicht auf der Tafel fasziniert, sondern auch der Anblick darüber: Dort schwebt über dem Tisch nämlich ein Holzstock, von dem ganz geradlinig einzeln aufgehängte Craspedia herunterbaumeln. Dazwischen befinden sich die Tischnummern auf transparentem Papier geschrieben, was ein schönes Spiel mit dem Licht erzeugt.

 

Die Sweets

Hingucker auf dem Sweettable ist natürlich die Hochzeitstorte. Sie ist einstöckig und gerade das macht sie so besonders. Die imposante Höhe lässt genügend Platz für die Verzierungen: nämlich die im Hochzeitskonzept fest verankerte Craspedia, die in verschiedenen Längen auf sie »gezeichnet« ist, ergänzt vom Motto des Hochzeitskonzepts, der Aufschrift »Liebe hoch zwei«. Neben der Verzierung mit den gelben Lampionfrüchten fallen die teilweise in Gold getauchten Physalis ins Auge, die Bärbel von der Tortenmacherei obenauf dekoriert hat. Genauso überraschend geht es auf dem »süßen Tisch« weiter: Da gibt es Glückskekse mit der Motto-Aufschrift, lilafarbene Macarons und, man staune, in Gold getauchte Kirschen. »Im Interieur-Design haben wir 2018 Kirschen in allen Formen und Farben. Daher fand ich es interessant, sie auch mit auf dem Sweettable zu kombinieren«, sagt Sonja Neubert. Durch den goldenen Überzug werden sie noch besonderer und fügen sich wunderbar ins Farbkonzept.

 

Das Brautstyling

Zu einem Hochzeitskonzept, das Welten verbindet, das modern und urban, aber auch naturnah und organisch ist, braucht es ein Brautstyling, das sich ebenso unkonventionell in Szene setzt. Statt Prinzessinnenkleid kommt deshalb ein cooler, lässiger Look zum Einsatz, der zugleich sehr fein und edel wirkt: Ein Zweiteiler, dessen leichter, zarter Stoff sich herrlich im Wind bewegt. Das zart roséfarbene Brautkleid aus der neuen Kollektion von Le Spose di Gío ist aus feinem Tüll gearbeitet und hat einen tiefen Rückenausschnitt. Dazu zauberte Greta von FaceLine ein natürliches Make-up für die Braut. Die offenen Haare sind teilweise geflochten und mit goldenem Draht umwickelt.

 

Der Bräutigam

Sein dunkelgrauer, moderner Anzug passt perfekt zum coolen Industrie-Style des modernen Lofts. Dazu gibt es aber noch wunderbare Accessoires, die die organische Komponente einbringen: Beispielsweise Fliege und Hosenträger aus hochwertiger italienischer Seide, die die Gold- und Gelbtöne des Hochzeitskonzepts aufgreifen. Sie wurden extra angefertigt, um dem Look des Bräutigams das gewisse i-Tüpfelchen aufzusetzen. »Wir verarbeiten sehr hochwertige italienische Seiden«, sagt Marcus Doser von der kleinen Manufaktur Trico.

 

Die Fotos

Was wäre eine Hochzeit ohne die Bilder, die von ihr bleiben? Man hätte wohl nur halb so viele Erinnerungen an sie! Das gilt auch für ein inszeniertes Konzept, wie hier zu sehen ist. Denn jedes Detail, jede auf den ersten Blick noch so unscheinbare Kleinigkeit verdient eine Aufmerksamkeit, die sie unvergessen macht. »Alle Beteiligten haben viel Zeit und Mühe investiert und hatten einen zum Teil nicht unerheblichen finanziellen Aufwand«, sagt Fotografin Radmila Kerl. »Es ist ein großer Vertrauensvorschuss, denn was am Ende bleibt, ist tatsächlich 'nur' die Fotografie. Dieser Verantwortung bin ich mir durchaus bewusst.

Ganz davon abgesehen unterliegt auch Fotografie verschiedensten Entwicklungen, die ein Abbild von Moderne und Zeitgeist sind. »Der neueste Trend in der kreativen Bildbearbeitung heißt 'Moody'«, verrät Fotografin Radmila Kerl. »Dabei werden Farben reduziert und die Kontraste erhöht.« Auch bei den hier zu sehenden Fotos zum Hochzeitskonzept »Liebe hoch zwei« ist die Fotografin so vorgegangen. »Dadurch entstand eine stimmungsvolle Strecke, die sich von meinem üblichen Bearbeitungsstil erfrischend abhebt und hervorragend zu unserem Thema 'Urban Wedding' passt. Ich finde: Man darf ruhig öfter mal was Neues ausprobieren«, sagt Radmila Kerl.

 

 

Dienstleister & Kontakte: 

Fotos: Radmila Kerl Photography

Konzeption & Planung: Trauwerk

Floristik: Das blühende Atelier

Papeterie: Purpur-Manufaktur

Kalligrafie: Petra Wöhrmann

Torte & Sweets: Tortenmacherei

Styling: Face Line

Brautkleid: Le Spose di Gío, gibt es bei Flamenco

Hosenträger & Fliege: Trico

Ohrschmuck & Ringe: Skusa Schmuck

Kettenanhänger: Kunstimschmuck

Geschirr & große Kerzenständer: Kare

Models: Marina & Didi

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