Interkulturelles Brautpaar

Experten-Tipps

Multikulturell feiern

Liebe ist global. Das zeigt sich auch an den vielen multikulturellen Hochzeiten in Deutschland. Doch wo die Liebe keine Fragen lässt, wirft sie der schönste Tag im Leben manchmal auf. Denn wie feiern zwei Kulturen, die verschiedene Bräuche und Rituale kennen, harmonisch miteinander, so dass alle Seiten zu ihrem Recht kommen? Und wie verhält man sich als Gast angemessen, wenn man sich in der fremden Kultur vielleicht gar nicht auskennt? Fragen über Fragen, die wir der Mozart-Knigge-Expertin Yasmin Eren stellten. Sie unterweist in ihren Seminaren, Workshops, Events sowie internationalen, interkulturellen Coachings und Businesspositionierungen nicht nur Firmenbosse und deren Unternehmensmitarbeiter, sondern auch Brautpaare, damit sich alle auf dem gesellschaftlichen Parkett, auf dem sie sich bewegen, stilsicher zurechtfinden. Das HOCHZEIT-Interview mit der Mozart-Knigge-Expertin, Yasmin Eren:

 

Kann es wirklich so schwierig sein, eine interkulturelle Hochzeit zu feiern?

Nun ja - andere Länder, andere Sitten! Die Hochzeit ist in vielen Kulturen ein besonders wichtiges Thema. Schließlich werden hier meist nicht nur zwei Menschen "einfach" vermählt, sondern in zeremoniellen Bräuchen nach strengen Regeln miteinander verbunden. Es geht um Tradition, Aberglaube, Brauch oder sozialen Status. Viele dieser Zeremonien erscheinen uns fremd, weil sie aus einem für uns fremden Kontext entstanden sind und weil Liebe und Zugehörigkeit in anderen Kulturen möglicherweise einen anderen Stellenwert oder eine andere Bedeutung haben.

 

Vielleicht erschweren ja auch Sprachbarrieren das gegenseitige Verständnis ... Wie geht man damit um?

Zwei Sprachen in eine Hochzeitsfeier zu integrieren, wovon wahrscheinlich von vielen Gästen nicht beide beherrscht werden, kann in der Tat eine erste Hürde sein. Es gibt jedoch viele Wege, beiden gerecht zu werden. Familie und Freunde des Brautpaares können zum Beispiel Beiträge in der Muttersprache beisteuern und auch die Papeterie ist eine gute Möglichkeit, die Zweisprachigkeit aufzunehmen. So können die Menükarten oder die Namenskärtchen in zwei Sprachen verfasst werden. Besonders bei außergewöhnlichen Schriftzeichen - wie den chinesischen oder den arabischen - kann dies sogar ein sehr schönes gestalterisches Highlight werden. Darüber hinaus sollte man überlegen, die Moderation durch die Hochzeitsfeier zweisprachig zu führen. Und der DJ sollte bei der Auswahl der Lieder auf beide Kulturen eingehen.

 

Wie ist es denn nun mit Traditionen? Jede Kultur hat doch ihre eigene Weise, eine Hochzeit zu feiern?

Das ist richtig. Eine multikulturelle Hochzeit bedeutet deshalb auch immer die Integration verschiedener Traditionen in eine Feier. Oft stolpert man da schon über die traditionellen Abläufe einer Hochzeitsfeier. Die beste Lösung ist, einen guten Mittelweg zu finden. So kann bei einer chinesisch-deutschen Hochzeit der Tag damit beginnen, dass der Bräutigam ein paar kniffelige Aufgaben bewältigen muss, um seine von den Verwandten versteckte Zukünftige zu finden. Oder bei einer Hochzeit mit indischem Einfluss zieht der Bräutigam in einem Hochzeitsumzug, dem Baraat, mit ohrenbetäubendem Lärm auf einem Pferd durch die Straßen, bis er das Haus der Braut erreicht. Bei der Musik, den Tänzen und dem Essen können immer beide Kulturen berücksichtigt werden. Auch Spiele sind eine gute Möglichkeit, verschiedene Traditionen wahrzunehmen. Ob die in Frankreich übliche Versteigerung des Strumpfbandes (hat sich ja auch bei vielen deutschen Hochzeiten schon eingebürgert), das finnische Mölkky-Spiel (ein Geschicklichkeitsspiel) oder das Zerschlagen von Pinatas wie bei den Mexikanern - bei solchen Aktionen kommen Gäste beider Kulturen schnell zusammen! Besonders passend finde ich auch Spiele oder Rituale, die symbolisch für die Verbindung der beiden Lebensweisen stehen.

 

Gelten bei der Dekoration der Hochzeit gewisse Regeln?

Ist das Motto einer Hochzeit multikulturell, kann sich dies natürlich auch in der Dekoration widerspiegeln. Blumengestecke in den Landesfarben, Wimpelketten aus Landkarten oder Tischverzierungen in traditionellen Farben verdeutlichen den jeweiligen kulturellen Hintergrund des Brautpaares. Auch die Speisen und Gastgeschenke können kulturell geprägt sein und die neu verbundenen Familien und Freundeskreise einander näherbringen. Eine Idee für ein multikulturelles Gästebuch wäre beispielsweise eine Weltkugel, auf der die Freunde und Familien den Ort ihrer Herkunft einzeichnen und dort unterschreiben.

 

Den entscheidenden Part einer Hochzeit nimmt aber die Trauung ein. Da ist es doch oft sehr schwierig, den geeigneten Kompromiss zu finden - insbesondere bei religiösen Trauungen mit unterschiedlichen Glaubenshintergründen. Was also tun?

Es stimmt, dass bei multikulturellen Paaren kirchliche Hochzeiten meist schwer realisierbar sind. Deshalb finde ich eine freie Trauung eine sehr schöne Alternative. Bei einer freien Trauung kann sehr viel leichter auf die besonderen Wünsche eines multikulturellen Paares eingegangen werden. Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit, die Begrüßung und das Schlusswort in beiden Sprachen vorzutragen, damit auch wirklich alle Gäste in die Trauung mit einbezogen werden. Auch beim Ja-Wort ist es möglich, den einen Ehepartner in Deutsch und den anderen Ehepartner in seiner Landessprache zu befragen, um auch emotional alle Gäste zu involvieren. Die Traurede kann im Vorfeld zum Mitlesen in eine zweite Sprache übersetzt werden, so dass auch die ausländischen Hochzeitsgäste der Zeremonie gut folgen können. Den Trauspruch oder das Ehegelübde in der jeweils anderen Sprache zu verfassen, kann für das Brautpaar ein Zeichen der Akzeptanz und Offenheit der anderen Kultur gegenüber bedeuten. Auch wenn die Sprache nicht vollkommen beherrscht wird, bekommen dann ein paar Worte eine große Bedeutung!

 

Können vielleicht auch Familienmitglieder und Freunde in eine interkulturelle Trauung eingebunden werden?

Das kann man im Rahmen einer freien Trauung sehr gut umsetzen! Zum Beispiel könnte man ein multikulturell geprägtes Gästebuch, wie die zuvor genannte Weltkugel, in die Trauzeremonie einbinden. Dann beginnen die Eltern des Brautpaares damit, sich am Ort ihrer Herkunft einzutragen und ihre guten Wünsche auf zwei Sprachen vorzutragen. Auch andere landestypische Traditionen finden in der freien Trauung ihren Platz - wie das Taschentuchwedeln nach dem Ja-Wort in Spanien. Die freie Trauung ist bekannt für Rituale, in denen das Brautpaar oder auch die gesamte Hochzeitsgesellschaft mit eingebunden werden. Man kann seine eigenen Ideen und Wünsche einfließen lassen. Rituale wie etwa ein Länderpuzzle, bei dem Flaggen, Fotos oder andere prägende Merkmale der Herkunftsländer in einem Puzzle vereint werden, sind eine gute Möglichkeit, um das multikulturelle Thema in der Zeremonie aufzugreifen. Die Dekoration der freien Trauung rundet das Ganze dann ab und wirkt besonders passend in den beiden Landesfarben oder mit landesbezogener Symbolik.

 

Trotzdem bedeutet multikulturell zu heiraten doch auch Kompromisse zu schließen, oder?

Es gibt wirklich viele, viele Möglichkeiten, um zwei Kulturen auf einer Hochzeit zu vereinen, wenn die Bereitschaft besteht, sich auf neue Dinge einzulassen. Kompromisse sind nicht zu vermeiden, jedoch kann dies schon einmal die Generalprobe für eine glückliche, multikulturelle Ehe sein. Ich, Mozart Yasmin Eren, unterstütze sehr gerne bei der Planung und mit weiteren Inspirationen für eine multikulturelle Hochzeit!

 

 

Hochzeit-Knigge-Coach

 

Yasmin Eren coacht vom »normalen« Brautpaar bis zum Firmenboss und Unternehmensmitarbeitern alle, die sich sicher und gekonnt im Business und auf gesellschaftlichem Parkett bewegen wollen. Doch sie weiß nicht nur alles über Stil, sie lebt ihn auch. Und das seit eh und je: Aufgewachsen in einer Global-Player-Familie, als Model in der Welt unterwegs und als Designerin für große Modehäuser tätig, war Haute Couture schon immer ihr Leben und ihr Weg zur Stilikone, die Glamour liebt und dabei auf dem Boden bleibt, nur logische Folge davon. Ihr Spitzname »Chanel« ist wahrlich verdient. Das sieht jeder, der Yasmin Eren bei ihren Seminaren, Workshops, Events sowie internationalen, interkulturellen Coachings und Businesspositionierungen erlebt. »Haute Couture hat mich geprägt und meinen Sinn für Ästhetik geschärft«, sagt sie. Zusammen mit ihrem Mann Ayhan bildet sie ein unschlagbares Team: Er ein Virtuose als Mozart-Hairdesigner, sie die Expertin für gelebten Stil. Das bietet Brautpaaren ein Rundumpaket mit vollem Service, das sie den besonderen Tag der Hochzeit als High-End-Luxury-Erlebnis wahrnehmen lässt, auch dann, wenn es »nur« die kleine Hochzeit von nebenan ist.