Hochzeitskonzept für verschiedene Blickwinkel

Hochzeitskonzept

Wunderwelt

Eigentlich ist der Ansatz zu diesem Hochzeitskonzept ein ganz philosophischer: Es geht um Blickwinkel. Und davon gibt es mehr als man sich vorstellen kann. Denn jeder Mensch hat seine eigene Sicht auf Dinge. Jeder erlebt das Geschehen um sich herum aus seiner Perspektive. Jeder hat eine andere Wahrnehmung - und lebt damit ein bisschen in seiner eigenen Welt. Dann geschieht das Wunder der Liebe und zwei Menschen kommen zusammen. Sie bringen ihre zwei Welten in die Partnerschaft mit und kreieren eine dritte dort, wo sich aus Gemeinsamkeiten, Zielen und Plänen für die Zukunft ihre Schnittmenge bildet. Doch jeder bleibt, obwohl man eng zusammen, vertraut und liebend ist, immer doch er selbst. »In einer Ehe und Partnerschaft ist es wichtig, dass man sich gegenseitig Freiraum lässt und dem anderen zugesteht, dass er die Welt vielleicht gerade anders sieht als man selbst«, sagt Hochzeitsplanerin Susanne Steinherr von Pretty Wild Weddings.

 

Die Inspiration
Die Weddingplannerin und Hochzeitsrednerin ließ sich von den unterschiedlichen Perspektiven, die Menschen haben können, inspirieren, um eine Festgestaltung zu kreieren, die aus jedem Blickwinkel ganz neue Eindrücke zulässt. »Es geht doch darum, für andere Sichtweisen offen zu sein und dennoch einen gemeinsamen Nenner zu finden«, sagt sie. »Diesen Grundgedanken habe ich versucht, unter dem Motto ’Blickwinkel’ einzufangen und als Konzept für eine Hochzeit umzusetzen.« Heraus kam eine Festoptik, die tausend Ansätze für Wows bietet. Denn was von der einen Seite betrachtet auf seine Weise fasziniert, entpuppt sich von der anderen Seite mit ganz anderem und nicht minder spannendem Charakter. Das ist für ein Festkonzept ungemein bereichernd und zugleich eine tolle Botschaft für das Leben an sich und die Partnerschaft zweier Menschen im Besonderen: »Wenn wir alle uns den Freiraum zugestehen könnten, dass wir die Welt mit unterschiedlichen Augen sehen, dann würden alle friedlich zusammenleben«, sagt die Weddingplannerin. »Das ist auch das Ziel einer Ehe, in Frieden und Liebe zusammenzuleben und füreinander da zu sein, egal ob der Partner gerade die gleiche Meinung hat oder nicht. Wenn wir uns das zu Herzen nehmen, schaffen wir vielleicht - wie die Generationen vor uns - wieder mehr goldene Hochzeiten!«

 

Die Dekoration
Sie bietet schöne Details im Überfluss, denn Perspektivenreichtum ist ja das Motto dieser Festgestaltung. Nehmen wir das Beispiel Hochzeitsfloristik: Je nachdem, wie man auf den Tisch blickt, sieht man entweder viele rosafarbene oder aber viele weiße Blumen. Nimmt man auf der einen Seite der Festtafel Platz, schaut man auf unterschiedliche Blumengestecke, die zusammen ein rundes Gesamtbild erzeugen, obwohl die eine Hälfte anders gesteckt ist als die andere. Es könnte also sein, dass die Hochzeitsgäste darüber diskutieren, wie schön doch all die rosa Blumen auf der Tafel sind, während die Gegenübersitzenden felsenfest behaupten, dass hier doch eindeutig weiße Floristik den Farbton angibt. Dreht man die Blumen um 180 Grad, löst sich das Rätsel und allen wird klar, dass beide recht hatten und jeder eben nur eine andere Perspektive sah. In der Hauptsache dominieren große Rosenköpfe, mal in Weiß und mal in Rosa, ergänzt von verschiedenen zarteren Blütenkomponenten, jeweils im passenden Farbton der entsprechenden Seite zugeordnet. Die Steckweise verbindet beides zur Einheit, obwohl es eine strikte Trennung der Nuancen gibt. Platziert sind die Blumen in roséfarbenen Glasgefäßen. Und auch hier: unterschiedliche Formen, unterschiedliche Höhen, unterschiedliche grafische Muster, die immer wieder neue Eindrücke ermöglichen. Übrigens: Auch der Brautstrauß folgt dem floralen Konzept und bietet dem Betrachter zwei Perspektiven - je nachdem wie die Braut ihn hält.

 

Das Brautkleid
Die neue Brautmode spielt der Idee mit den verschiedenen Blickwinkeln perfekt in die Karten. Denn viele Hochzeitskleider lieben das Spiel mit den Details und vereinen gegensätzliche Komponenten zu einem harmonierenden Gesamtwerk. Auch hier ist das der Fall: Es begegnen sich nämlich schlicht und pompös - und zwar aus verschiedenen Perspektiven. Schaut man auf den Rock, dann sieht man eine cleane, schnörkellose A-Linie. Keine Stickereien, keine Verzierungen, einfach zurückhaltende Eleganz. Wandert der Blick hinauf zum Oberteil, dann sorgen ganz konträre Elemente fürs Wow: Es ist über und über mit Spitzenapplikationen verziert und bekommt so - im Gegensatz zum glatten Rockpart - nicht nur aufregende Struktur, sondern auch noch eine ganz verspielte Romantikkomponente. Und das war erst der Blick von vorne! Denn dreht die Braut sich um, entsteht noch einmal eine neue Perspektive: Vorne ist der Anblick eher gediegen und ruhig - hinten hingegen spektakulär und sexy, denn die Robe legt mit ihrem megatiefen Ausschnitt den Rücken frei, bietet zwischen den Spitzenapplikationen plötzlich betörende Transparenzen und präsentiert sich zum Rocksaum hin mit einer atemberaubend langen Schleppe.

 

Die Brautfrisur
Auch hier offenbart sich eine Wunderwelt verschiedener Perspektiven. Man muss sich nicht entscheiden, ob das Hairstyling geschlossen oder offen ist - es kann zur gleichen Zeit auch beides sein. Und noch viel mehr: Es gibt zurückgenommene, aber auch offene Details, es gibt strenge Passagen, aber auch ganz weiche, es gibt kompakte Flechtelemente, aber auch voluminöse Locken. »Der besondere Clou ist, dass die Frisur auf der einen Seite ganz anders aussieht als auf der anderen«, sagt Stylistin Anna Müller von Beautylounge. »Je nachdem, ob die Braut links oder rechts vom Bräutigam steht, ändert sich ihr Hairstyle.« Dasselbe gilt auch bei den Perspektiven von vorne und von hinten: Seitenscheitel und eng anliegendes Haar lassen den Look beim Blick ins Gesicht eher streng wirken, während sich bei der Kehrtseite mit den verspielten Locken ein ganz anderes Bild offenbart. Und trotzdem stellt sich im Gesamten ein harmonisches, rundes Bild dar.

 

Die Papeterie
Sie ist so perspektivenreich wie das ganze Konzept: ganz klar und kühl, aber doch romantisch. Die eckige Form der Karten wird gebrochen vom runden Dekokreis als wiederkehrendes CI. Schwarze Schrift in coolen Drucklettern trifft auf verschnörkelte Serifentypo in Gold. Und die Farbgebung lässt das Auge erst an eine Täuschung glauben, ehe es den Verlauf von Weiß zu Rosé, in Airbrushtechnik aufgesprenkelt, wirklich als gegeben wahrnimmt.

 

Die Hochzeitssweets
Da gibt es Macarons und Meringue, Cake-Pops und Mini-Küchlein, Pralinés und Dominosteine. Mal weiß, mal rosa, mal creme- oder braunfarben. Mal in runder und mal in eckiger Form. Mal groß, mal klein. Eine Vielfalt zum Vernaschen von den Fingern direkt in den Mund oder aber mit Kuchengabel vom Teller. Ein Motto - viele Gesichter. Eben ganz genauso wie das Thema. Und das macht sich auch die Hochzeitstorte zueigen. Sie ist dreistöckig, gehüllt in feinste, weiße Creme, über deren glatte Oberfläche süße »Soße« rinnt. Und während sie auf der einen Seite nichts weiter als ihre klar definierten Stockwerke zeigt, offeriert sie auf der anderen Seite auf gleich fünf Etagen kleine Pralinenhäppchen, die man einfach von ihr naschen kann. Das Kuchenwerk hat damit nicht nur zwei Gesichter, sondern auch doppelte Funktion: Es soll nämlich einerseits als Hochzeitstorte seinen Auftritt haben, andererseits als kleiner Sweettable fungieren, der den süßen Leckereien obenauf eine genauso süße Basis bietet.

 

Die Gentleman’s Bar
Natürlich ist eine Hochzeit Ausdruck für Einheit und Gemeinsamkeit. Und doch bleibt jeder, was er ist: Die Braut bleibt Frau, der Bräutigam bleibt Mann. Jeder mit eigenen Vorlieben, jeder mit eigenem Geschmack. Und jeder mit einem eigenen Bereich, sogar beim Hochzeitsfest. Deshalb darf mit der Gentleman’s Bar auch ruhig eine Ecke für den Bräutigam und seine Herrengesellschaft entstehen. »Zwischen Männern und Frauen gibt es oft verschiedene Sichtweisen«, sagt Susanne Steinherr. Und vor allem: verschiedene Geschmäcker, nicht nur, was Optiken und Dekopräferenzen anbelangt, sondern auch kulinarischer Natur. »Während die Damen meistens beim Anblick einer wunderschönen Torte dahinschmelzen, wünschen sich die Männer oft etwas, das nicht ganz so süß ist«, weiß die Weddingplannerin. »Sie bevorzugen häufig einen herberen Geschmack.« Und den bekommen sie bei diesem Konzept in der Gentleman’s Bar mit einer Auswahl von edlen Weinen, dunkler Schokolade, Pralinen und Schokofrüchten mit Zartbitterschokolade. »So entstand sozusagen der kleine Bruder zum Sweettable«, erklärt Susanne Steinherr. Auch optisch unterscheidet sich der Bereich vom Übrigen: Die Farbkomponenten bestehen aus dunklem Braun und intensiven Rot- und Beerentönen, die trotz ihrer Eigenständigkeit und Unterschiedlichkeit dennoch wunderbar zum Weiß und Rosé des Gesamtkonzepts passen.

 

Die Freie Trauung
Dass ein und dasselbe nicht nur unterschiedlich gesehen, sondern auch variabel intepretiert und in verschiedenen Herangehensweisen durchgespielt werden kann, lässt auch das Ja-Wort in ganz neuem Licht erscheinen. Wie man es zelebriert, kann nämlich verschiedenste Gesichter haben. »Für mich passte zu diesem Konzept deshalb eine freie Trauung perfekt«, sagt Susanne Steinherr. »Jeder hat von der Eheschließung seine eigenen Vorstellungen. Während dem einen Brautpaar Gottes Segen wichtig ist, wollen andere vor allem Individualität und die eigene Persönlichkeit in die Hochzeitszeremonie einbringen.« Genau das ermöglicht eine freie Trauung. Sie lässt jedem den Spielraum für ein Ja-Wort nach eigenen Vorstellungen - sowohl in der Wahl des zeremoniellen Ablaufes als auch beim Trauungsort oder bei der Einbindung weiterer Personen. So steht nicht ein nach traditionellen Vorgaben festgelegter Ablauf im Zentrum der Eheschließung, sondern es rücken die beiden Menschen, um die es geht, in den Mittelpunkt. Sie können ihrer Verbindung mit dem Ja-Wort, das am besten ausdrückt, was sie bewegt, ein eigenes Gesicht geben. Bei einer freien Trauung muss nichts, aber alles kann und letztlich sind die Blickwinkel von Braut und Bräutigam die entscheidenden Komponenten bei der Umsetzung.   

 

Die Rituale
Da Wein schon ein Thema in der Gentleman’s Bar ist, schließt das Hochzeitskonzept mit dem Weinritual bei der freien Trauung einen Kreis. Dabei wird die Flüssigkeit von Braut und Bräutigam aus jeweils eigenen Behältern in ein gemeinsames Gefäß gegossen. Jeder bringt damit symbolisch seinen ganz persönlichen Teil ein und trägt zur neu entstehenden Gemeinschaft und wachsenden Zusammengehörigkeit bei. Die Idee ist dem Sandritual entliehen, das die Eigenständigkeit zweier Personen noch besser visualisieren kann, wenn Braut und Bräutigam mit jeweils einer eigenen Sandfarbe agieren, die sich im Gemeinschaftsgefäß mit der anderen vermischt. Natürlich kann man fürs Weinritual auch Weiß- und Rotwein verwenden und hat danach einen Rosé - zumindest, was die Farbgebung anbelangt. Eine weitere Idee für ein passendes Ritual hat Susanne Steinherr mit der Zeitkapsel. Dazu werden Geschenke und Schriftnotizen zur Hochzeit von Gästen und Familie in einer Weinkiste gesammelt, die das Brautpaar verschließt und am ersten Hochzeitstag gemeinsam öffnet. »Auch das wird dann wieder aus einer anderen Perspektive sein«, sagt die Weddingplannerin. »Ich finde das Ritual sehr schön, weil man sich mit dem Abstand eines Jahres noch einmal mit dem Hochzeitstag auseinandersetzt und dabei vielleicht auch darüber sprechen kann, wie der Partner diesen besonderen Tag erlebt hat.«

 

Die Mitwirkenden:

Konzept-Idee, Umsetzung + Organisation: Susanne Steinherr, Pretty Wild Weddings | Fotos: Christian und Peggy Oster  | Styling: Anna Müller, Beauty Lounge | Floristik: Nicole Kemeder, Nickis Blütenzauber | Torte + Sweets: Vera Bürger | Schmuck: Sophia Singer | Papeterie: Sarah Walter, Zauberhafte Prints | Brautkleid: Elisabeth Riedl, Brautmoden Elisabeth Riedel  |  Location: Inn-Café | Models: Gabriela Fasihizadeh + Andreas Heinze

Hochzeitseinladung

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Blumenarrangement auf Hochzeitstafel

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Hochzeitstisch mit Süßem

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Hochzeitsfloristik in Rosétönen

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Hochzeitsblumen in einzelnen Vasen

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Bräuttäschchen mit Blumen

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Kerzen auf der Hochzeitstafel

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Sweets für die Hochzeitsgäste

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dekorative Hochzeitspapeterie

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Blumiger Hochzeitszauber

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Hochzeitstörtchen im Naked-Cake-Look

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Hochzeitsromantik aus Blumen

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rosa Vasen für den Hochzeitstisch

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Hochzeitsdeko mit verschiedenen Blickwinkeln

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romantische Hochzeitsdekoration

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Hochzeitstorte in Stufen

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Brautpaar mit Hochzeitseinladung

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Brautpaar beim großen Auftritt auf der Treppe

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Braut mit Blumentasche

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Braut freut sich auf die Trauung

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Braut präsentiert Trauringe unter Glaskuppel

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Brautpaar tauscht die Eheringe

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Brautpaar beim Weinritual zur Hochzeit

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Gentlemans Bar für Hochzeit

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Gentlemans Bar mit herben Hochzeitssweets

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Hochzeitsleckereien für den Bräutigam

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Hochzeitscake aus dunkler Schokolade

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Herbe Hochzeitsgenüsse für Männer

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Hochzeitstörtchen mit Brombeeren und Heidelbeeren

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Glückliches, verliebtes Brautpaar nach der Trauung

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