Brautpaar vor dem Hochzeitsfotografen

Experten-Tipps

Immer von der Schoko-Seite!

Jedes Brautpaar wünscht sich tolle Fotos von der Hochzeit. Und trotzdem kennen wir sie alle: Menschen, die sich so gar nicht gerne fotografieren lassen. Weil sie finden, einfach nicht gut auf Bildern auszusehen. Hilft nichts, am Hochzeitstag werden Braut und Bräutigam zum Posen verdammt - da führt kein Weg daran vorbei, wenn man die Momente vom schönsten Tag als bleibende Erinnerung im Bild haben möchte. Wer einen professionellen Hochzeitsfotografen engagiert, der hat schon mal einen großen Vorteil. Denn die Profis wissen sich so geschickt und unbemerkt zwischen den Momenten des Glücks zu bewegen, dass sie Augenblicke einfangen, die später alle überraschen. "Schnappschüsse"  nennt man das. Und die kann nur jemand planen, der weiß wie es geht. Spätestens aber beim Brautpaarshooting ist es vorbei mit "unbemerkt". Dann stehen Braut und Bräutigam ganz gezielt und bewusst vor der Kamera - auch wenn dabei vielleicht Bilder entstehen sollen, mit denen man genau das Gegenteil vermitteln will: nämlich Momentaufnahmen, die nicht gestellt wirken.

 

Aber wie macht man das, wenn man kein Profi ist und sich unsicher oder gar unwohl vor der Kamera fühlt? HOCHZEIT hat dazu die Mozart-Knigge-Expertin Yasmin Eren befragt. Sie ist ein Profi in allen Stil-Fragen, war früher selbst Model und weiß, wie man sich vor der Kamera bewegt. Heute coacht sie in Seminaren, Workshops, Events sowie internationalen, interkulturellen Coachings und Businesspositionierungen nicht nur Firmenbosse und deren Unternehmensmitarbeiter, sondern auch Brautpaare für ihren stilsicheren Auftritt auf dem gesellschaftlichen Parkett. Ihr Tipp an alle Brautpaare beim Hochzeitsfoto-Shooting: Einfach ganz man selbst bleiben. Heißt: sich nicht verrückt machen lassen und ganz natürlich sein. Im Interview verrät Yasmin Eren weitere Profi-Tipps, mit denen man sich vor der Kamera perfekt in Szene setzen kann:

 

Es gibt ja Menschen, die immer super auf Bildern aussehen - und andere tun sich richtig schwer damit. Meist hat man diesen kritischen Blick ja auf sich selbst. Können Sie diese Bräute und Bräutigame beruhigen?

Es stimmt schon: Nicht jeder ist dazu geboren, sich fotografieren zu lassen. Andere wiederum sehen auf Fotos immer gut aus - egal in welchem Zustand sie gerade sind. Das ist wirklich unfair! Dazu kommt dann vielleicht noch, dass einen der Hochzeitsfotograf nicht immer von der Schokoladenseite erwischt. Dann entstehen Fotos, auf denen man womöglich das Gesicht komisch verzieht oder so aussieht, als hätte man fünf Kilo mehr auf den Rippen. Deshalb ist ja wichtig, selbst zu wissen, wie man sich optimal präsentieren kann.

 

Was können Braut und Bräutigam denn dafür tun, dass sie im Hochzeitsbild gut aussehen?

In erster Linie ist es besonders wichtig, nicht gewollt zu posieren. Einfach ganz natürlich und locker bleiben und herzlich und echt lachen! Vor allem die Augen verraten sofort ein gekünsteltes Lächeln und dann wirkt das ganze Bild unnatürlich. Wer Probleme beim natürlichen Posieren hat, der sollte seinen Hochzeitsfotografen lieber um Reportagenfotos von der Hochzeit bitten. Dabei merkt man nämlich gar nicht, wann die Kamera auf einen gerichtet ist und wird automatisch immer im natürlichsten Moment fotografiert.

 

Aber spätestens beim Brautpaar-Shooting ist doch klar, dass es jetzt "ernst" wird. Was kann man dann tun?

Bräuten, die doch posieren müssen, gebe ich den Tipp darauf zu achten, dass ihr Kinn etwas gesenkt ist. Aber natürlich nicht so sehr, dass ein Doppelkinn dabei entsteht! Auch die Arme sollten nicht zu sehr an den Körper gepresst sein - das macht die Oberarme viel dicker als sie eigentlich sind. Eine gerade Körperhaltung ist ebenfalls perfekt - also ein Körper mit Spannung, aber natürlich nicht verkrampft. Außerdem kann man mit den Füßen spielen und einen etwas seitlich zum Fotografen stellen. Man kann solche Posen vor dem Spiegel üben, damit sie einem in Fleisch und Blut übergehen und ganz natürlich wirken. Dabei sieht man gleichzeitig, welche Schokoladenseiten man hat - wie man sich also am besten gefällt und vor der Kamera zeigen möchte.

 

Für alle, denen das natürliche Lachen schwerfällt - hilft denn das berühmte "Cheeeese" weiter?

Solche Worte können wirklich helfen. Auch deshalb, weil sie den Druck rausnehmen und den Moment spaßig machen. Übrigens hat fast jedes Land ein solches Wort als Smiley-Helfer vor der Kamera: die Belgier sagen "Whisky", die Schweden "Omelät", die Dänen "Apelsin" und die Spanier "Patata". Ich finde, dass solche Worte auch besonders gut bei Gruppenfotos helfen, wenn alle gleichzeitig lachen sollen. Dann kann man das Wort im Chor sagen und alle strahlen im selben Moment.

 

Gruppenfotos sind bei Hochzeiten ja ein ganz spezielles Thema. Worauf sollte man hierbei achten?

Die klassische Aufstellung für Gruppenfotos von der Hochzeit ist in einer oder mehreren Reihen angeordnet. Wenn möglich sollten die hinteren Reihen höher stehen als die Reihen davor. Deshalb wird gerne eine Treppe zuhilfe genommen. Wer keine Treppe oder andere Hilfsmittel zur Verfügung hat, muss nach den Größen der Personen anordnen: die Großen kommen nach hinten, die Kleinen nach vorn. Auf diese Weise bekommt man auch sehr große Gruppen aufs Foto und das Bild wird durch diese Aufstellung sehr ordentlich, aber eben auch etwas steif. Wichtig: die Hauptpersonen, also das Brautpaar, gehören in die Mitte. Außerdem empfiehlt es sich, alle Frauen mit ihren hübschen Kleidern eher vorne zu platzieren und die Männer mit ihren dunklen Anzügen in die hinteren Reihen zu stellen. Berührungsängste sollte übrigens keiner bei einem Gruppenbild haben. Es ist wichtig, eng an eng zu stehen, damit auf dem Foto keine Lücken entstehen!

 

Bräuten ist es ja naturgemäß besonders wichtig, auf ihren Hochzeitsbildern buchstäblich "bildschön" auszusehen. Können Sie Ihnen die Tipps fürs gekonnte Posen vor dem Hochzeitsfotografen einmal zusammenfassen?

  1. Üben: Also vor dem Spiegel ausprobieren, in welchen Posen und von welcher Seite man sich am besten gefällt.

  2. Haltung bewahren: Körperspannung haben und aufrecht sein. Beim Sitzen sollte man auf einen gestreckten Hals achten, weil dieser schlanker macht. Wenn man auf dem Boden sitzt und sich mit der Hand abstützt, darf kein Gewicht auf der Hand sein, damit sie nicht grob wirkt.

  3. Big Eyes: Große Pupillen lassen Menschen auf Bildern attraktiver wirken. Ein Tipp: Wenn man vor dem Auslösen der Kamera die Augen schließt und dann öffnet, erweitern sich die Pupillen automatisch.

  4. Gezielt bewegen: Manchmal werden Hochzeitsbilder vom springenden Brautpaar gemacht. Dabei ist es wichtig, die Schultern nicht hochzuziehen und das gestreckte Bein anzuspannen.

  5. Weibliche Formen: Bräute mit breiten Hüften sollten eher eine seitliche Pose wählen, wobei der Oberkörper ruhig frontal zur Kamera stehen kann. Wer etwas Übergewicht hat, sollte sich nicht von unten nach oben fotografieren lassen, da dies unvorteilhaft wirkt.

  6. Armhaltung: In stehenden Posen, die von der Seite fotografiert werden, sollte man darauf achten, dass die Arme nicht gerade herunterhängen. Dabei sieht der Oberarm nämlich meist deutlich voluminöser aus als er tatsächlich ist. Besser ist es, die Ellenbogen leicht abzuwinkeln. Oder einfach seinen Schatz zu umarmen!

  7. Hohe Schuhe: Hohe Absätze verleihen eine bessere Körperhaltung und strecken das Bein. Bräute, die der Bequemlichkeit wegen während des Hochzeitstages flache Schuhe tragen, sollten für das Shooting deshalb über ein Paar High Heels nachdenken.

  8. Beinhaltung: Bei kurzen Brautkleidern gilt: Das unbedeckte Knie nie ganz durchdrücken, sondern leicht anwinkeln. So vermeidet man unschöne Fältchen.

  9. Die Hände: Viele Menschen wissen nicht, wohin mit ihren Händen. Am Hochzeitstag sollte das kein Problem sein: Die Braut kann den Brautstrauß nehmen, es gibt Hochzeitsdeko oder Papeterie, die man ins Bild halten kann, oder man hat einander! Denn was gibt es für Braut und Bräutigam schon Schöneres als Händchenhalten?

  10. Der Bräutigam: Auch er kann auf die richtige Pose achten! Viele Männer haben leichte X- oder O-Beine - mit einer seitlichen Drehung verschwinden diese!

 

Die Tipps zum Posen vor der Kamera für vorteilhafte Hochzeitsfotos gaben Mozart-Knigge- und Stil-Expertin Yasmin Eren zusammen mit ihrem Mann, Mozart Ayhan Eren, internationaler Star- und Promi-Hairdesigner.