ABC der Hochzeit

ABC der Hochzeit

Kirche bis Küssen

 

A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  X  Y  Z

 

 

Kirche
Wer sich eine kirchliche Trauung wünscht, tut dies wohl hauptsächlich aus religiösen Gründen. Auch wenn viele schon lange keine Messe mehr besucht haben: Bei so etwas Wichtigem wie dem Entschluss, sich für ein ganzes Leben an den geliebten Menschen zu binden, möchte man nicht ohne Gottes Segen auskommen.
Kirchenrechtliche Bedingung aber ist, dass zumindest einer der Partner auch wirklich Mitglied der Kirche ist. Ansonsten ist selbstverständlich keine kirchliche Zeremonie möglich. Das gilt sowohl in der evangelischen wie in der katholischen Kirche.
Unterschiedlicher Auffassung aber sind die beiden christlichen Konfessionen, was ein paar andere Dinge angeht. Ist zum Beispiel die standesamtliche Trauung für die evangelische Kirche auch im kirchlichen Sinne bindend, so wird für die katholische Kirche die Ehe tatsächlich erst durch die religiöse Zeremonie gültig. Was aber eigentlich nur dann von Bedeutung ist, wenn Sie ein zweites Mal heiraten. Wurde die erste Ehe nur auf dem Standesamt geschlossen, hat die katholische Kirche kein Problem damit, Sie zu verheiraten. Haben Sie aber beim ersten Mal schon kirchlich geheiratet, müsste diese Ehe annulliert, also nachträglich für ungültig erklärt werden.
Das liegt daran, dass die Ehe für die katholische Kirche ein von Gott durch die Kirche gespendetes Sakrament und damit unauflösbar ist – selbst dann, wenn die Ehe vor dem Gesetz geschieden wurde.
Diese Unauflösbarkeit der Ehe kennt die evangelische Kirche nicht, weshalb bei einer von einem katholischen Geistlichen vorgenommenen Trauung eines evangelisch-katholischen Brautpaars der evangelische Partner diese Unauflösbarkeit der Ehe nochmals explizit akzeptieren muss. »Denn,« so heißt es am Ende der Vermählungsbestätigung in der katholischen Zeremonie, »was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.«

Kirchenheft
Ein vom Brautpaar selbst oder auch von einem Trauzeugen oder einer Brautjungfer gestaltetes Heft, in dem der Ablauf der kirchlichen Zeremonie wiedergegeben wird, sodass die Gäste jederzeit wissen, bei welchem Teil der Feier sie sich gerade befinden. Natürlich nicht eins zu eins und wortwörtlich. Aufnahme finden zum Beispiel die Texte und Noten der Kirchenlieder, bei denen die Gemeinde mitsingt, die Titel der Orgelstücke bei Ein- und Auszug des Brautpaars, die Titel der Lieder, die von einem Solosänger oder einem Chor vorgetragen werden, die Texte der Fürbitten oder der Trauspruch, den Sie gewählt haben. Wie ausführlich das Kirchenheft gerät, liegt ganz bei Ihnen. Auch ob Sie es rein zweckmäßig anlegen, oder ob Sie es aufwändig und schön gestalten oder gestalten lassen, damit es später zu einem wertvollen Erinnerungsstück wird, ist natürlich Ihre Entscheidung.


Küssen, Sie dürfen die Braut jetzt ...
Dieser schöne Satz gehört weder auf dem Standesamt noch in der evangelischen oder katholischen Kirche zur offiziellen Vermählungsformel. Was nicht heißt, dass er zum Abschluss nicht fallen dürfte. Das kommt ganz auf den Standesbeamten oder den Geistlichen an.
Der Satz selbst stammt vermutlich aus der Trauungszeremonie der Puritaner in Amerika  und lautete im Original: »You may now kiss the bride«. Von dort fand er den Weg in Hollywoodfilme und von dort wiederum zu uns.
Der Hintergrund ist natürlich der, dass ein Kuss vom Prinzip her - und sicher nicht zu Unrecht - als Auftakt zu wesentlich mehr aufgefasst wurde und deshalb eigentlich nur Verheirateten erlaubt war. »A kiss« ist eben doch nicht »just a kiss«.