ABC der Hochzeit

ABC der Hochzeit

Mitgift bis Morgengabe

 

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Mitgift
Wird auch Aussteuer oder Heiratsgut genannt. Es bezeichnet Geld und Gut, das die Braut mit in die Ehe nimmt. »Gift« kommt in diesem Fall von »geben« und bedeutet - genau wie das englische »gift« - »Gabe, Geschenk«. Die Mitgift wird von der Familie der Braut gezahlt und soll dazu dienen, dem jungen Paar bei der Errichtung eines Hausstandes zu helfen (weshalb die Aussteuer oft nicht in Geld, sondern ganz konkret in Haushaltsgegenständen besteht). Auf der anderen Seite sollte die Mitgift, ähnlich wie die Morgengabe, der Braut als finanzieller Rückhalt dienen.
In Indien, wo sie direkt an den Bräutigam gezahlt wird, führt die Mitgift - obwohl seit 1961 verboten - regelmäßig die Eltern von Töchtern in den finanziellen Ruin.

Morgengabe
War ein früher auch in Deutschland übliches - und auch gesetzlich festgeschriebenes - Geschenk, das der Bräutigam der Braut am Morgen nach der Hochzeitsnacht (daher der Name) machte, und das nicht für den gemeinsamen Hausstand, sondern persönlich für die Braut gedacht war. Starb der Mann, gehörte dieser Besitz nicht in den Nachlass, sondern war Eigentum der Frau. In Österreich existiert das Gesetz der Morgengabe noch bis Ende 2008, bevor es ersatzlos gestrichen wurde.
In der islamischen Rechtsordnung hat die Morgengabe noch heute eine große Bedeutung. Häufig wird ihre Zahlung erst im Falle einer Scheidung fällig. So dient sie einerseits als Sicherung für die Frau, und macht es andererseits dem Ehemann schwer, einseitig die Scheidung auszusprechen.
Auch wenn die Morgengabe bei uns heute nicht mehr Brauch  ist: Der Braut am Morgen nach der Hochzeit ein schönes Geschenk zu machen, ist trotzdem eine gute Idee.