Seychellen Traumstrände für Hochzeits-Reisende

Seychellen

Flittern im Garten Eden

Türkisblaues Meer, wunderbar weiche Sandstrände, Tauch- und Schnorchelmöglichkeiten: All diese von Honeymoonern so geschätzten Dinge haben die Seychellen zu bieten. Aber eben auch noch ein bisschen mehr. Was sie noch einmal anders macht, erfährt man am besten bei einem kleinen Landspaziergang. Die Inseln sind zum großen Teil bedeckt von üppigen Regenwäldern und man wandert auf einsamen Pfaden durch weitgehend unberührte Natur, vorbei an weitausladenden Banyan Trees oder den berühmten Coco de Mer-Palmen, die es nur hier gibt. Plötzlich fliegt eine Fairy Tern, eine Feen-Seeschwalbe auf, verharrt flügelschlagend ein paar Meter vor einem in der Luft und schaut einen mit ihren schwarzen Knopfaugen an: Sie ist neugierig, wer sich da zu ihr verirrt hat. Riesenschildkröten lagern am Wegesrand. Kommt man ihnen zu nahe, fauchen sie einen an, um dann sofort in ihrem Panzer zu verschwinden. Man steigt auf einen freistehenden Felsen und bekommt einen unbeschreiblichen Ausblick über die Insel und das Meer. Vielleicht endet der Wanderpfad an einem der Strände, deren leuchtendes Weiß auf vielen der Inseln von bizarr aufgetürmten, roten Granitblöcken unterbrochen wird. Bei einem solchen Spaziergang fühlt man sich sehr schnell zurückversetzt in ein »Land vor unserer Zeit«. Viele der vorkommenden Tier- und Pflanzenarten gibt es nur hier. Und jede der Inseln ist wieder etwas Besonderes für sich. Auf Praslin zum Beispiel wächst ein seit Jahrmillionen praktisch unberührter Urwald, der noch 5.000 Exemplare der Coco de Mer-Palme beherbergt, einzigartig auf der ganzen Erde. An der Küste von La Digue findet sich die Anse Source d‘Argent, einer der schönsten Strände der Welt. Auf der nur für Tagesbesuche zugänglichen Insel Cousin nisten jedes Jahr 250.000 Vögel, ein Paradies für Ornithologen. Und so könnte man immerzu weitermachen: Island Hopping ist angesagt!

 

Wolfgang Därr ist Honorarkonsul der Seychellen, hat einen Reiseführer über sie geschrieben und ist zusammen mit seiner Frau Maisie, einer gebürtigen Seychelloise, Inhaber des Reiseveranstalters Trauminsel Reisen (www.trauminselreisen.de). Wir haben mit ihm über dieses wunderschöne Flitterziel im Indischen Ozean gesprochen.

 

Herr Därr, was macht die Seychellen Ihrer Ansicht nach zu einem Reiseziel insbesondere für Honeymooner?
Die Seychellen haben viele Besonderheiten, die sie gerade für den »Honeymoon« reizvoll machen. Die Seychellen sind ein Reiseziel für ein vergleichsweise junges Publikum. Es gibt zwar hervorragende kleine Island Lodges, die zu den schönsten der Welt gehören – und auch zu den teuersten. Beispielsweise hat das englische Prinzenpaar im Vorjahr den »Honeymoon« auf der Insel North Island verbracht, wo man pro Person und Nacht locker 2000 € auf den Tisch legen kann.
Aber es gibt eben nicht nur solche Superluxus-Lodges, sondern auch viele kleine Hotels und Gästehäuser, in denen man sich in trauter Zweisamkeit zurückziehen kann und nicht vom Urlaubertrubel umgeben ist. Trubel hat ein Hochzeitspaar in den Wochen vor der Hochzeit genügend erlebt. Und erschwinglich sind sie mit Übernachtungspreisen ab etwa 80 € pro Person im Doppelzimmer obendrein!
Natürlich hat man in solchen Gästehäusern und kleinen Hotels keine »Trauminsel« wie North Island fast für sich allein, aber die Bilderbuchlandschaft im »Südseelook« findet man auf allen Seychelleninseln und die schönsten Strände der Welt sind nicht nur auf North Island, sondern auch auf Mahé, Praslin und La Digue nur ein paar Kilometer entfernt!

Was sollte man auf den Seychellen unbedingt anschauen und unternehmen?
Die Seychellen sind ein Naturparadies, das abseits der Weltklassestrände fast noch schöner ist. Auf der Insel Mahé reichen die Berggipfel unmittelbar vom Strand aus auf bis zu 1000 Meter und die Hänge sind mit tropischem, dichten Urwald bedeckt. Schmale, selten begangene Pfade führen durch die Wälder vorbei an versteckten Wasserfällen auf viele der Berggipfel, von denen aus man grandiose Ausblicke auf die Inseln hat. Und wer nicht so gerne drei oder vier Stunden auf Berge klettert, hat auch die Möglichkeit, von bekannten Urlauberstränden zu versteckten Buchten zu wandern und dabei ebenfalls die üppige Natur in absoluter Ruhe zu genießen. Nicht ganz so hoch und steil sind die Berge auf den anderen Inseln, doch grandiose Rundumblicke bei einem Gipfelbier sind auch dort garantiert.

Fest steht jedenfalls: Wer die Seychellen nur im Hotel genießt, hat sie nicht kennen gelernt. Zumal man hier jederzeit gefahrlos und alleine spazieren gehen kann. Selbst nachts auf unbeleuchteten Straßen und Wegen lauert keinerlei Gefahr. Und so schön und einladend der Strand unmittelbar vor dem Hotel auch sein mag: Er kann es nicht mit einer versteckten Bucht am Ende einer anderthalbstündigen Fußwanderung mitten durch den Urwald aufnehmen. Die aber entdeckt nur ein aktiver, naturverbundener Reisender. Zur Belohnung kann er seine Entdeckung den ganzen Tag allein genießen – oder noch besser: zu zweit! Frischverliebte werden einen solchen Honeymoon niemals in ihrem Leben vergessen.

Als Sie selbst das erste Mal auf die Seychellen reisten, was hat Sie bei diesem ersten Eindruck am meisten fasziniert?
Als ich vor vielen Jahren erstmals aus einem Flugzeug stieg und die grünen Berghänge im strahlenden, seychellischen Sonnenlicht sah, war ich völlig konsterniert. Das kann doch gar nicht wahr sein! Doch es ist wahr und es ist rund um die Inseln noch viel eindrucksvoller als am Flughafen! Man bestaunt eine wunderbare Traumbucht, fährt über einen Hügel und es öffnet sich wieder ein neuer, überwältigender Ausblick auf eine neue, oft noch schönere Bucht mit türkisfarben leuchtendem Meer, weißem Sandstrand und grünen Kokospalmen. Wenn es nicht echt wäre könnte man es für Postkartenkitsch halten.

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Wann ist die beste Reisezeit für die Seychellen?
Eine »beste Reisezeit« gibt es auf den Seychellen nicht. Die Witterungsunterschiede sind im Laufe eines Jahres gering, da die Inseln nahe am Äquator liegen. Es kommt – wie so oft – also darauf an, was man möchte. Vorauszuschicken ist, dass es keine Jahreszeit gibt, zu der man sicher sein kann, 14 Tage keinen Regen mitzuerleben. Es regnet zum Glück das ganze Jahr über immer wieder mal, weshalb die Vegetation auch das ganze Jahr über grün und üppig ist. Aber 80 Prozent des Regens fallen ohnehin in der kühleren Nacht und sehr selten gibt es Regenzeiten, die länger als ein paar Tage anhalten.
Wer allerdings Windsurfen und Segeln möchte, der sollte die Monate von Juni bis September bevorzugen, in denen ein verlässlicher Wind aus Süd bis Ost weht. Aus diesem Grund würde ich hingegen Tauchern und Schnorchlern raten, diese Monate zu meiden, denn mit dem Südostwind geht auch ein etwas unruhigeres und daher nicht so klares Meer einher.

Mit welchen Kosten pro Person muss ich inklusive Flug für einen zehntägigen Honeymoon ungefähr rechnen?
Die Flugkosten sind heute leider kaum noch vorherzusagen, denn die Fluggesellschaften ändern sie nahezu täglich. Doch wenn man außerhalb der Ferienzeiten reist, kann man inklusive aller Steuern, Sicherheitsgebühren und Kerosinzuschlägen mit einem Flugpreis von etwa 800 € bis 1.200 € rechnen. Die Unterkunft schlägt für 10 Nächte  mit Frühstück dann nochmal mit 80 € (einfaches Gästehaus) bis 2000 € (luxuriöse Island Lodge) zu Buche. Für 2.000 € bis 2.500 € pro Person ist ein Urlaub von 10 Tagen also durchaus in einer Qualität möglich, die eine Hochzeitsreise zu einem bleibenden, positiven Erlebnis macht. »Island Hopping« inklusive!

Welches landestypische Gericht oder Getränk sollte man unbedingt probieren?

Die kreolische Küche ist berühmt für ihre Vielfalt, die daher rührt, dass die Seychellois eine Mischbevölkerung aus Zuwanderern aus Europa, Afrika, Indien und China sind. Und diese kulturelle Vielfalt spiegelt sich auch im Essen. Hinzu kommt, dass es wohl nirgendwo auf der Welt so hervorragenden Fisch gibt wie rund um die Seychelleninseln und jeder Seychellois dutzende von Rezepten kennt, wie man welchen Fisch am besten zubereitet. Ein Highlight ist sicher ein gegrillter »Bourgeois«, ein roter Fisch, der in den Korallengärten lebt. Bei uns in Deutschland kann man diese Art  in edlen Fischgeschäften unter dem bekannteren Namen »Red Snapper« teuer kaufen. Sie stammen in der Regel aus der Karibik und sind qualitativ mit dem etwa doppelt so großen »Bourgois« der Seychellen überhaupt nicht zu vergleichen!
Was man sich auch auf keine Fall entgehen lassen sollte, ist ein echt seychellisches Tintenfisch-Curry. Hier spürt man den indischen Einfluss auf die Küche. Raffiniert aus frischem Oktopus mit selbst zubereitetem, aus frischen Gewürzen gemischtem Curry ist das eine Delikatesse!
Bei Getränken hat man die gleiche Auswahl wie bei uns, wenn man nicht auf illegal aus tropischen Früchten hergestellten »Jungle Juice« Wert legt. Der schmeckt manchmal recht gut, meist aber eher nicht! Überraschend gut schmeckt hingegen das auf den Seychellen gebraute Bier mit dem Namen »Seybrew«!

 

Mehr Info und Reiseangebote: www.trauminselreisen.de

 

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