Heiraten für Männer: A wie Antrag

Heiraten für Männer

A wie Antrag

Manche Männer tun sich immer noch schwer. Nicht, dass sie nicht gerne heiraten würden, aber das ganze Drumherum ist ihnen doch ein bisschen fremd, als sei es eine Welt, die eigentlich nur von Frauen bewohnt wird. Deshalb unser kleines Lexikon: Denn Wissen baut Scheu und Vorurteile ab.

Am Anfang steht ein »Ja, ich will«. Lange bevor Sie ins Standesamt gehen oder vor den Altar treten. Lange auch bevor Sie Ihrer Liebsten die alles entscheidende Frage stellen. Denn bevor die sagt, ob sie will oder nicht, müssen Sie das erstmal von sich selber wissen. Dieses »Ja, ich will« muss aus tiefstem Herzen, muss aus Ihrer Seele kommen. Sie wissen, was Ihre Seele ist? Das ist die Stimme, die in den seltenen Momenten zu Ihnen spricht, wenn alle anderen Stimmen in Ihnen schweigen. Kein Gedanke an »Das macht man so«, kein Gedanke an die Hoffnungen von Müttern oder Schwiegermüttern in spe oder an Steuerersparnis per Ehegattensplitting darf Ihnen dazwischenreden. Nicht einmal Ihre Vermutung, dass Ihre Angebetete vielleicht insgeheim auf Ihre Frage wartet, darf hier etwas zu sagen haben. Ausnahmsweise zählt ganz allein, was Sie wollen. Zumal keine Braut den Gedanken liebt, geheiratet zu werden, nur weil der Bräutigam ihr einen Gefallen tun will - auch wenn es hier und da so sein mag. Denn es soll sie ja immer noch geben: die männlichen Heiratsmuffel, die man zu ihrem Glück zwingen muss. Nein, Sie hören nur auf Ihr Herz, und wenn das »Ja« gesagt hat, dann können Sie anfangen über das Wie und Wo des Heiratsantrag nachzudenken.
Dabei brauchen Sie keine Angst vor Klassikern zu haben: Dass Sie vermutlich nicht der Erste sind, der ein romantisches Abendessen im    Res­taurant als Gelegenheit für seine Frage nimmt, der einen Ring mit Diamant im Sektglas versteckt, Rosenblätter in der gemeinsamen Wohnung verstreut, mit Kerzenlicht für die passende Atmosphäre sorgt oder sein Anliegen wie in alten Filmen knieend mit einem Blumenstrauß in der Hand vorbringt, interessiert im Ernstfall niemanden - für Ihre Liebste sind Sie der Erste.
Natürlich schadet’s auch nicht, wenn es etwas individueller, ausgefallener, persönlicher zugeht. Stellen Sie zum Beispiel Ihren Antrag dort, wo Ihnen die Frau Ihres Lebens zum ersten Mal aufgefallen ist. Glauben Sie mir: Auf diese Weise kann sogar eine öde Bushaltestelle zum romantischsten Ort der Welt werden. Wo haben Sie sich zum ersten Mal geküsst, wo sich als frisch Verliebte vor der Welt versteckt? Wo Ihren ersten gemeinsamen Urlaub verbracht? Für Spätentschlossene, die schon Jahre zusammen sind, kann so etwas sogar eine richtig schöne sentimental journey werden. Wenn es irgend geht, überraschen Sie die Frau, der Sie das »Ja« entlocken wollen. Entführen Sie sie zum Beispiel mit einem nicht geplanten Wochenendtrip aus dem Alltag, und dann, wenn Sie den Eindruck haben, dass sie gerade richtig entspannt und zufrieden mit sich, der Welt und Ihnen ist, inszenieren Sie Ihre Frage. Das ist zwar eine Überrumpelungstechnik, aber trotzdem legitim - und wird ganz bestimmt nicht übelgenommen.
Wie, wo und mit welchen Worten Sie Ihre Liebste glücklich genug für die richtige Antwort machen können, das wissen letztendlich nur Sie selbst. Hauptsache ist sowieso, dass sie merkt, wie ernst Sie es meinen und dass es nur die eine für Sie geben kann.

Stephan Dohle