Heiraten Ehename Namensrecht

Namensrecht

Wie wollen wir heißen?

Wenn Sie sich das Jawort geben, dann haben Sie heutzutage in Deutschland eine Vielzahl von Möglichkeiten, das neue Glück beim Namen zu nennen. Sowohl, was Sie selbst, als auch, was Ihre gemeinsamen Kinder betrifft. Was alles geht (und was nicht), haben wir für Sie zusammengestellt.

EIN HERZ UND EIN NAME
Vielen ist es wichtig, die neue Gemeinsamkeit auch in der Namensgebung zu dokumentieren: Einer der beiden Partner wird dann seinen Namen zugunsten dessen des anderen Partners aufgeben. Früher war das bei uns klassischerweise die Frau, aber schon seit Ende des letzten Jahrtausendst ist es auch anders herum möglich: Auch der Name der Frau kann Ehename werden. Wenn Sie einen solchen, gemeinsamen Ehenamen wählen, dann gilt dieser auch für die Kinder.

ICH WILL BLEIBEN WER ICH BIN
Andere wiederum sind nicht ganz zu Unrecht der Meinung, dass man bei einer Hochzeit etwas hinzugewinnt, und nicht, dass man etwas von seiner Identität verliert oder abgeben muss. Wieso sollte also nicht jeder weiter so heißen dürfen wie bis zum Jawort?. Immerhin hat man diesen Namen sein ganzes bisheriges Leben durchaus mit Stolz getragen.
Kein Problem: Sagen Sie dem Standesbeamten einfach, dass Sie keinen Ehenamen wählen wollen – und keiner muss schon bei der zivilen Trauung eine neue Unterschrift üben. Der einzige Nachteil: Da Sie sich, was den Nachnamen gemeinsamer Kinder angeht, entscheiden müssen, tragen entweder Vater und Kind oder Mutter und Kind unterschiedliche Nachnamen. Falls Ihnen das, wenn es so weit ist, dann doch nicht gefallen sollte, ist es zum Glück noch nicht zu spät: Einen gemeinsamen Ehenamen können Sie auch im Nachhinein noch wählen.

DOPPELT GEMOPPELT GILT NICHT
In den Zeiten, als die Frauen es langsam nicht mehr lustig fanden, dass immer sie es waren, die ihren Namen ablegten, die Männer aber andererseits noch nicht so weit waren, dass sie es in Betracht zogen, sich nach der Liebe ihres Lebens zu nennen, kam ein Kompromiss in Mode: der Doppelname. Das war fair, klang aber nicht immer wirklich schön und drohte in der folgenden Generation zu eskalieren: Was tun, wenn zwei, die von ihren Eltern jeweils Doppelnamen geerbt hatten, sich das Jawort geben wollten? Vierfachnamen bilden? Sicher nicht, dachte sich der Gesetzgeber 1998 und schloss Doppelnamen als Ehenamen kurzerhand aus. Nur derjenige Partner, der seinen Namen zugunsten eines gemeinsamen Ehenamens aufgibt, darf seinen alten als Beinamen tragen.

UND DAS SIND DIE MÖGLICHKEITEN:

Inka Herz und Ralf Schmerz geben sich das Jawort. Es stehen ihnen nun folgende Möglichkeiten offen:

1) Die beiden wählen den Ehenamen Herz. Dann heißen die beiden:

  • Inka Herz
  • Ralf Herz (oder Ralf Herz-Schmerz)
  • Die Kinder heißen ebenfalls Herz


2) Die beiden wählen den Ehenamen Schmerz:

  • Inka Schmerz (oder Inka Schmerz-Herz)
  • Ralf Schmerz
  • Die Kinder heißen ebenfalls Schmerz


3. Die beiden wählen keinen Ehenamen:

  • Inka Herz
  • Ralf Schmerz
  • Die Kinder heißen (alle) entweder Herz oder Schmerz


LÄNDERÜBERGREIFEND
Sollten Sie beide unterschiedlichen Nationalitäten angehören, heißt es aufgepasst! Prinzipiell gilt für jeden das Namensrecht des Staates, dessen Staatsangehöriger er ist. Wenn also zum Beispiel ein Spanier den Namen seiner deutschen Frau annehmen möchte, so geht das eigentlich nicht, denn das spanische Namensrecht sieht das nicht vor. Ausweg: Als Paar können Sie auf dem Standesamt entscheiden, welches Namensrecht für Sie beide gelten soll; das deutsche oder das spanische.