Hochzeitfeier 1969

Christiane & Gerhard

Goldene Hochzeit

Wenn Christiane und Gerhard von ihrer Hochzeit erzählen, dann hört man die Worte eines Brautpaars von heute: ganz persönlich sollte ihre Trauung sein, mit einer Zeremonie, die auf sie eingeht. Der Unterschied ist nur: Diese Hochzeit fand schon statt - und zwar vor 50 Jahren! Und doch ist das, was ein Brautpaar damals bewegte, kaum anders als das, was heute wichtig ist. Persönlichkeit, unvergessliche Eindrücke, eine Traumhochzeit eben - genau das wollten Christiane und Gerhard, so wie es auch heute jedes Brautpaar für sich erträumt. Ihre Hochzeit wurde zu solch einem schönsten Tag und dass er all ihre Wünsche erfüllte, hat auch mit uns, dem Magazin HOCHZEIT, zu tun. Denn Christiane und Gerhard waren Gewinner der »Glückskinder-Hochzeit«, die unser Magazin, damals vor 50 Jahren, als Gewinnspiel ausgeschrieben und gemeinsam mit weiteren Partnern finanziert hatte. Ein halbes Jahrhundert später sind Christiane und Gerhard immer noch ein Paar und feiern wieder Hochzeit: ihre goldene nämlich.

 

Wie es damals mit der Glückskinder-Hochzeit war, wissen die beiden noch ganz genau: Sie hatten die Ausschreibung gelesen, die im April 1969 sowohl im Magazin HOCHZEIT als auch in einer überregionalen Zeitung erschienen war, und fühlten sich gleich angesprochen: Zwischen 20 und 30 Jahre alt, standesamtlich verheiratet und mit dem Wunsch, die kirchliche Feier nachzuholen. All das traf auf Christiane und Gerhard zu, also schrieben sie eine Bewerbung. Überschrift ihres Textes: »Wir sind Glückskinder.« Damit waren die Weichen wohl gestellt, denn die Headline sollte sich bewahrheiten: »Am 25. April 1969 klingelte der Post-Eilbote morgens um 7 Uhr an unserer Wohnungstür in der Bremer Neustadt und brachte die gute Nachricht: Herzlichen Glückwunsch! Die Redaktion HOCHZEIT hat Sie und Ihre Frau für die Glückskinder-Hochzeit in der Lüneburger Heide ausgewählt!«, erzählt Gerhard von diesem besonderen Morgen. Der Termin für die kirchliche Trauung wurde gleich mitgeliefert: am 10. Mai 1969 um 11 Uhr in der Kirche zu Hittfeld. Jetzt musste es also schnell gehen.

 

Aber Christiane und Gerhard wussten ja, was sie wollten: »Wir wünschten uns eine sehr persönliche kirchliche Trauung von einem Pfarrer, der keine Nullachtfünfzehn-Zeremonie abwickelt, sondern der auf uns eingeht«, sagen die beiden. »Also haben wir ihn eingehend über unser bisheriges Leben unterrichtet und ihm einen Trautext - Jesaja 40,31 - vorgeschlagen. Er hat dann wirklich eine wunderbar passende Ansprache gehalten, als würde er uns seit Jahren kennen!« Sicherlich ein Highlight des Hochzeitstages von Christiane und Gerhard. Aber es gab noch viele weitere: Der Tag begann am frühen Vormittag schon »standesgemäß« mit der Abholung des Brautpaars per Postkutsche. Auf der Fahrt war ein Tau über die Straße gespannt, die Kutsche wurde angehalten - schließlich musste ja auch der eine oder andere Brauch zelebriert werden. Der Bräutigam kaufte den Weg also frei mit Hittfelder Korn und einem Sherry-Empfang im Gasthaus für die Bevölkerung und die Hochzeitsgesellschaft. Dann ging es weiter zur Evangelischen Mauritius-Kirche in Hittfeld, wo das Brautpaar  sich das Ja-Wort gab. Es folgte ein großer Fototermin mit Fotografen von HOCHZEIT, der lokalen Presse und der Verwandtschaft und schließlich das Hochzeitsessen für 35 Personen im Kaminzimmer von Krohwinkel’s Gasthof in Hittfeld. Dann ging es mit der Kutsche durch die Dörfer der Nordheide zum nächsten Brautpaarshooting bei den berühmten Hünengräbern im Klecker Wald, weiter zum Empfang vor dem historischen Forsthaus mit Butterkuchen aus dem Backhaus, Geschenkeübergabe und noch mehr Fotos vor einer Mühle. Ein ereignisreicher Hochzeitstag also, der sein Finale beim Abendessen mit geladenen Gästen im privaten Rahmen einschließlich Brauttanz fand.

 

Und 50 Jahre später? Da sah es zur goldenen Hochzeit genauso ereignisreich aus. Es gab einen Festgottesdienst in einer kleinen Kirche in Welmlingen mit musikalischer Begleitung durch den örtlichen Musikverein und rund 100 Gästen. Am Nachmittag wurde Kuchen angeschnitten auf der heimischen Terrasse und am Abend dann mit knapp 50 Personen aus dem Familien- und Freundeskreis, Programm und Musik zum festlichen Abendessen geladen. Dafür, dass es festlich wurde, sorgten Christiane und Gerhard auch selbst: Sie trug ein dunkelblaues Spitzenkleid, er einen dunklen Anzug.  Zur Kirche am Vormittag erschien die Jubiläumsbraut im türkisfarbenen, halblangen Seidenkleid mit einem goldbestickten Überwurf und goldenen Schuhen neben ihm in weißer Smokingjacke zu Smokinghose und Hemd in Schwarz, Lackschuhen und goldenem Querbinder. So festlich, wie ein solch besonderer Hochzeitstag eben gefeiert werden will. »Wir tragen übrigens immer noch dieselben Ringe, die wir zu unserer Verlobung gekauft haben - schlicht und billig, weil wir wenig Geld hatten«, erzählt Gerhard. »Später fanden wir, es sei ein schlechtes Omen, sie auszutauschen.«

 

So schließt sich der Kreis von der Hochzeit vor 50 Jahren zur goldenen Hochzeit heute mit zwei Festen, die wunderschöne Erinnerungen und große Momente zurücklassen. Beide Feste ein Zeugnis von Partnerschaft und Liebe und die perfekte Gelegenheit, um nicht nur das Miteinander eines Paares zu feiern, sondern um all die Menschen um sich zu scharen, die einem bedeutsam und wichtig
sind und die den Lebensweg begleiten.  Auch das macht eine Hochzeit aus. Es war ein Punkt, der Christiane und Gerhard auch vor 50 Jahren schon bedeutsam war. Gefragt, was Ihnen für ihre Hochzeit damals besonders wichtig war, worauf sie größten Wert gelegt haben, antworten sie: »Wir wollten unseren Verwandten etwas Besonderes bieten. Sie sollten nicht nur Kulisse für eine Traumhochzeit sein, sondern auch selbst Spaß und Freude haben sowie unvergessliche Eindrücke.« Damals sei dies unter anderem mithilfe des Magazins HOCHZEIT gelungen. Zur goldenen Hochzeit heute gelingt es auch ganz ohne uns!

 

Das Jubelpaar im Interview


Das Magazin HOCHZEIT hat vor 50 Jahren bei Ihrem schönsten Tag ein bisschen mitgeholfen. Sie haben Ihre Hochzeit sozusagen gewonnen. War Ihr Hochzeitstag dann auch so wie Sie ihn sich erträumt hatten?
Nein. Es war viel mehr - die Traumhochzeit, die wir uns nie hätten leisten können! Der perfekte Tag für uns und alle Gäste. Nie hätten wir es so schön organisieren können. Ein wunderbares Geschenk!

 

Was ist Ihre schönste Erinnerung an diesen Tag?
Christiane in ihrem wunderschönen und dabei schlichten Brautkleid und mit dem Haarschmuck. Wir haben am nächsten Tag an prominenten Plätzen in Bremen noch einmal eine private Fotosession gemacht - mit und ohne Schleier, mit und ohne Brautstrauß.

 

Was ist aus dem Brautkleid und aus dem Hochzeitsanzug von damals geworden?

Christiane: Von dem Brautkleid habe ich mich irgendwann schweren Herzens getrennt. Haarschmuck und Schleier sowie die Schleife des Brautstraußes hatte ich noch ein paar Jahre länger aufgehoben. Das Feder-Cape habe ich immer noch - vor zehn Jahren hat es unsere Tochter bei ihrer Hochzeit getragen.
Gerhard: Den Smoking habe ich noch bei verschiedenen beruflichen Veranstaltungen angehabt. Die Lackschuhe habe ich noch kürzlich bei einer Kreuzfahrt getragen.

 

Heute werden Hochzeiten ja manchmal sehr aufwendig gefeiert und es gibt zig Möglichkeiten, die Brautpaaren geboten werden - alleine durch Hochzeitsplaner und viele andere Dienstleister, die es zu Ihrer Zeit noch gar nicht in dieser Form gab. Gibt es etwas, das Sie im Nachhinein betrachtet bei Ihrer Hochzeit vor 50 Jahren vielleicht vermisst haben?

Goldenes Hochzeitspaar

Das Jubelpaar bei der goldenen Hochzeit.

Wir haben gar nichts vermisst! Wir waren damals über eine gewisse Publizität - wie im Magazin HOCHZEIT, durch lokale Presse und Hörfunk - überrascht und glücklich. Es mag an unserem fortgeschrittenen Alter liegen, aber wir haben den Eindruck, dass eine Hochzeit heute eine kommerzielle Angelegenheit ist, die weniger mit den Herzen zu tun hat.

 

Wenn man jung ist, hat man ja viele Pläne für die gemeinsame Zukunft. Was ist heute für Sie beide als Paar wichtig?
Zusammen alt zu werden, noch schöne Reisen zu unternehmen, viel Kontakt mit Kindern und Enkeln zu halten, uns sozial zu betätigen und uns mindestens einmal pro Woche versichern, dass wir glücklich miteinander sind.

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