Carolin & Mario

Heiraten im Zeppelin

Liebe hat einen unerklärbaren Zauber. Es geschehen Dinge rund um sie, die ganz und gar unglaublich sind. Die uns mit Gänsehaut überziehen und an das große Übergeordnete glauben lassen. So eine Geschichte können Carolin und Mario erzählen. Alles an ihrer Verbindung ist wirklich besonders - vom Kennenlernen bis hin zur Trauung, einem Ja-Wort im Zeppelin. Letzteres hat im Übrigen einen guten Grund, denn Carolin ist die Enkelin des Luftschiffkapitäns Heinrich Bauer, der 1937 als Offizier an Bord der LZ 129 »Hindenburg« war und ihren Absturz überlebte (die Braut im Interview - hier lesen). 81 Jahre später schließt sich dieser Kreis in der Familiengeschichte und in der kleinen Gondel des Zeppelins sind an einem unwerfend schönen Tag im September nichts als strahlende Gesichter zu sehen, die das Glück kaum fassen können, als sich Carolin und Mario das Ja-Wort geben.

 

Es sind Momente voller Zauber, die diese Trauung umgeben, wenngleich das Zauberhafte sich schon lange zuvor den Weg bahnte. Denn auch die Kennenlerngeschichte der beiden hat eine besondere Magie. Es war »Mogli«, der sie wirken ließ - ein 18 Jahre alter Kater, der acht Jahre lang mit unermüdlicher Ausdauer jeden Sommer den Wohnwagen von Mario auf dem Campingplatz in Carolins Heimatort am Bodensee aufsuchte und ihm in Katzensprache erzählte, dass nur ein paar Straßen weiter seine Frau fürs Leben wohnt. »Wir suchten Mogli immer wieder und rätselten stets, was für ihn auf diesem Campingplatz so attraktiv sein könnte«, erzählt Carolin. Acht Jahre lang blieb das Rätsel ungelöst und Mogli immer wieder verschwunden. Dann lernten sich Carolin und Mario kennen. Nein, nicht auf dem Campingplatz, was so nah gelegen hätte, sondern im Februar 2017 an einem völlig anderen Ort: in St. Moritz. »Das Geheimnis lüftete sich bei der ersten Begegnung von Mario und Mogli in unserem Zuhause und seit Mario und ich zusammengefunden haben, bleibt Mogli ganzjährig in seinem heimischen Revier«, sagt die Braut. So wundersam sind eben manche Wege und so klar das Ziel, zu dem sie führen: In diesem Fall zu einem Ja-Wort mit Hommage an die Familiengeschichte in der Gondel eines Zeppelins.

 

Der Tag, an dem es stattfand, hätte schöner nicht sein können. Als das Brautpaar in seinem festlich geschmückten Bulli, Baujahr 1978, vom Zeppelin Hangar FN in Friedrichshafen über das Flugfeld zum startbereiten Zeppelin chauffiert wird, liegt über ihm ein wolkenfreier Himmel, getaucht in tiefes Topasblau. Es ist ein sonnenüberströmter, warmer Tag, wie geschaffen für ein Ja-Wort. Nach und nach füllt sich die kleine Gondel mit Eltern, Geschwistern, Trauzeugen und Gästen - zwölf an der Zahl, ein kleiner Kreis also, der den Moment des Ja-Sagens noch intimer und vertrauter macht. Standesbeamtin Judith Wolf spricht in ihrer Traurede über die Kennenlerngeschichte des Paares und den ersten Kontakt zu Bräutigam Mario, der ihr mit Herzblut eine Mail geschrieben und das Hochzeitsszenario in einem der wohl exklusivsten Trauzimmer der Nation angestoßen hatte. Er würde seine Frau überall heiraten, ganz egal wo, habe er gesagt. Doch der Zeppelin sei nun mal ein besonders schöner Ort, so die Standesbeamtin - und das nicht nur aufgrund der Verbundenheit in der Familie, die seit Generationen tief mit der Luftschifffahrt verwurzelt sei und ihre Geschichte nun mit einem so bezaubernden Anlass wie dem Ja-Wort weiterschreibe. Es gibt tausend Assoziationen, die Zeppelin und Heiraten wie füreinander geschaffen erscheinen lassen. Dem Himmel nahe sein. Auf Wolke sieben schweben. Eine gemeinsame Reise starten. Abzuheben, loszulassen, den Alltag zu vergessen.

 

Als Carolin und Mario Ja sagen, stehen Tränen in den Augen. Nicht nur ihnen, sondern auch den Gästen an Bord. Und genau diesem Moment, in dem der Raum voller Emotionen, jeder ergriffen und dankbar für den Augenblick ist, folgt das, was zuvor nur Worte waren: Abheben, dem Himmel nahe sein, über den Wolken schweben. Es ist ein wahres Erlebnis, zu spüren, wie schnell der Zeppelin an Höhe gewinnt und dabei gleichzeitig so ruhig und bedacht durch die Luft gleitet. 45 Minuten lang bietet sich der Hochzeitsgesellschaft die Gelegenheit, sich frei in der Gondel zu bewegen, nach Umarmungen und Gratulationen den Blick über die Bodenseeregion schweifen zu lassen, die Fernsicht und die von allem anderen abgekapselte Zeit gemeinsam zu genießen und zu erfahren, dass wirklich stimmt, was Dr. Hugo Eckener, der Nachfolger von Ferdinand Graf von Zeppelin, einst als die »schönste Art zu reisen« bezeichnete - in einem Luftschiff, das majestätisch und gelassen durch den Raum segelt. Dass dem »Hochzeitsflug« eine ebenso oder gar »besonders« sanfte Landung folgte, deutete der Geschäftsführer der Deutschen Zeppelin-Reederei, Eckhard Breuer, als ein »gutes Omen« für die Zukunft des Brautpaares. »Es ehrt uns ganz besonders, dass die Enkelin eines historischen Luftschiffkapitäns an uns gedacht hat«, sagte er zur Entscheidung für eine Trauung im Zeppelin.

 

Und was sagte das Brautpaar im Anschluss? »Alles hat wunderbar gepasst. Es war einfach sehr, sehr stimmig. Der kleine, intime Rahmen, die emotionale Stimmung, richtig toll!«, schwärmt Carolin. »Wir können die Trauung im Zeppelin nur empfehlen. Egal, wie man es sich zuvor ausgemalt hat - es ist einfach noch viel schöner!«

 

Info zu Zeppelin-Hochzeiten in Friedrichshafen:


Seit 2012 gibt es in Friedrichshafen am Bodensee die Möglichkeit, im Zeppelin zu heiraten. Das exklusive Event beinhaltet eine Trauung in der Zeppelin-Gondel mit anschließendem (oder auch vorausgegangenem) 45-minütigem Flug über dem Bodensee und kostet 5.500 Euro (für Flug inklusive Trauung - Stand September 2018). Zwölf Personen kann das Brautpaar dabei mit in die Gondel nehmen und mit ihnen das besondere Erlebnis teilen. Die Hochzeiten werden vom »Team Exclusive« der Deutschen Zeppelin-Reederei organisiert, das auch die Abstimmung mit dem Standesamt Friedrichshafen übernimmt. Sollte der Flug wetterbedingt nicht stattfinden können, wird lediglich die Trauungszeremonie im Zeppelin vorgenommen und es gibt Gutscheine für den Flug zu einem anderen Zeitpunkt.

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