Brautpaar vor dem Standesamt

Tina & Markus

Hochzeit in Brighton

Fünf Jahre hat Tina in England gelebt. Ihr Mann Markus sogar zehn. "Wir haben dort viele Freunde gefunden und Brighton ist zu unserem zweiten Zuhause geworden", erzählt Tina. Kein Wunder also, dass der Ort, mit dem die beiden so viel verbinden, auch mit dem schönsten Tag des Lebens, mit ihrer Hochzeit, verknüpft sein sollte. Doch dafür gab es eigentlich schon ganz andere Pläne: Tina und Markus, die ihre Wurzeln im Allgäu haben, wollten richtig zünftig und rustikal mit einer Trachtenhochzeit auf der Alpe in den Bergen feiern. Und das haben sie auch getan, wie man im Artikel hier lesen kann. Aber eben nicht nur das: Denn den schönsten Tag feierten Tina und Markus gleich zweimal: einmal in den Bergen im Allgäu und einmal am Meer im englischen Brighton. Von Letzterem wollen wir hier berichten:

 

"Die Idee, standesamtlich in England zu heiraten, hatte ich, als wir unsere Zelte dort abgebrochen haben und ich mit Tränen in den Augen im Auto auf der Heimfahrt saß", erzählt Tina. Und so reifte der Gedanken, über ein langes Wochenende nach Brighton zu fliegen, um dort zu heiraten und zu feiern. "Als wir unserer Familie davon erzählten, waren die gleich hellauf begeistert und zwei Wochen später war alles gebucht. Das Bürokratische hat sich natürlich etwas länger hingezogen, aber das war es uns wert", so Tina.

 

Am 1. Mai dann saßen Tina und Markus im engsten Freundes- und Familienkreis (16 Personen) und samt Brautkleid im Flieger. "Das allein war schon filmreich", erzählt die Braut. "Dank des unblaublich netten Stuart bekam mein Brautkleid eine ganze Sitzreihe für sich und der Stuart bot uns sogar an, uns höchstpersönlich mit seinem Auto mit nach Brighton zu nehmen!" Abends kam die Truppe dort auch wohlbehalten an und stürzte sich vom Hotel aus gleich ins Nachtleben - Jungs und Mädels getrennt natürlich, so wie es sich vor einer Hochzeit gehört. Tags darauf startete man ohne viel Schlaf mit einem traditionellen "Full English Breakfast" in den Hochzeitstag. Während sich die Männer auf den Fahrgeschäften auf dem Pier austobten, machten sich die Frauen auf den Weg zum Friseur, zum Floristen und holten die Ringe ab. 

 

"Brighton ist die Party-Stadt in England und so stand für uns fest, dass der Dresscode für die Hochzeit zwar schick ist, es aber dennoch eine richtige Party mitten in der Stadt werden sollte - nicht in einem edlen Herrenhaus oder auf einem Schloss, sondern vielmehr in unserer Lieblingsbar, unkompliziert und mitten unter Brightons buntem Partyvolk", sagt Tina. Da das Hotel mitten im Zentrum gebucht war, konnte man alles problemlos zu Fuß erreichen. "Wir hatten während unserer Zeit in Brighton schon so viele Brautpaare aus dem Standesamt kommen sehen, und die Idee, dort bald selbst als Mann und Frau herauszutreten war wirklich sehr aufregend", sagt Tina. Um 17 Uhr war es dann soweit: Im wunderschönen Standesamt in Brighton fand die Trauung statt und zwar unter Beisein auch vieler englischer Freunde und ehemaliger Kollegen, so dass sich rund 40 Personen im Standesamt einfanden. "Es war unglaublich emotional und wunderschön", sagt Tina über die Trauung.

 

Als Dinner-Location wählte das Brautpaar seine Lieblingspizzeria mitten in Brightons weltberühmten "Lanes", den bunten, kleinen Gässchen im Herzen der Stadt. Dort gibt es einen wunderschönen Raum im ersten Stock des charmanten Altbaus mit offenem Kamin und stilvoller, moderner Einrichtung, der sich perfekt eignete. "Schon der Fußmarsch von zirka 200 Metern vom Standesamt bis zur Pizzeria war unglaublich", schildert die Braut. "Die Menschen auf den Straßen haben applaudiert und die Verkäufer kamen aus den Geschäften, um uns zu gratulieren und gute Wünsche mit auf den Weg zu geben." Schließlich war die Hochzeitsgesellschaft ja auch sofort als solche zu erkennen. Es kamen ja alle so festlich und elegant gekleidet daher. Allen voraus natürlich die Braut in ihrem traumhaften, ganz traditionellen, weißen Brautkleid! "Eigentlich hatte ich gar nie den großen Traum 'einmal Prinzessin' sein zu dürfen", gesteht sie. "Für mich stand immer das Hochzeits-Dirndl und die Trachtenhochzeit im Vordergrund. Als wir dann aber beschlossen hatten, auch die standesamtliche Trauung groß zu feiern, stand gleich fest, dass die Hochzeit in Weiß, also mit einem Brautkleid, stattfinden soll und in dem Moment, als ich zum ersten Mal eine solche Robe übergestülpt bekam, war es dann auch um mich geschehen! Es ist also wirklich etwas dran am Prinzessinnen-Gen!" Tinas Hochzeitstraum offenbarte sich in einem weißen Traum mit Spitze, hochgeschlossen und mit weitem Tüllrock. "Ich habe mich als Braut einfach unglaublich gefühlt. Das Brautkleid hat den Tag wirklich zu etwas ganz Besonderem gemacht. Ohne es wäre es nicht dasselbe gewesen", sagt sie. "Außerdem hat sich das Brautkleid als äußerst partytauglich erwiesen. Ich habe mich so wohl gefühlt, dass es mir wirklich sehr, sehr schwer gefallen ist, meinen Traum aus Tüll und Spitze wieder auszuziehen."

 

Da sich die Hochzeit in England vollkommen von der in Deutschland unterscheiden sollte, wurde gezielt ein anderes Konzept umgesetzt. Während bei der Trachtenhochzeit rund um die kirchliche Trauung im Allgäu also Rot- und Weiß-Töne das Farbschema bestimmten, war es bei der standesamtlichen Trauung in Brighton Rosa: Sowohl Brautstrauß als auch Brautjungfernkleider waren im zarten Rosaton gehalten und der Bräutigam trug - ebenso wie die Trauzeugen - rosa Krawatte zu seinem Anzug.

 

Nach dem Drei-Gänge-Menü in der Pizzeria ging es für die Hochzeitsgesellschaft weiter in die Lieblingsbar des Brautpaars, die praktischerweise direkt auf der andere Straßenseite lag. Und da konnte die Party so richtig beginnen. "Die Reaktionen der Barbesucher waren einfach der Hammer und unfassbar positiv. Menschen, die wir noch nie zuvor in unserem Leben getroffen hatten, kamen auf uns zu, umarmten uns voller Freude und gratulierten uns", erzählt Tina. Für die ersten zwei Stunden hatte das Brautpaar im Obergeschoss einen Raum exklusiv angemietet. "Einer unserer Freunde hatte sich bereiterklärt, für die ersten beiden Stunden an den Mischpulten Gas zu geben und wir eröffneten die Tanzfläche mit unserem ersten Tanz. Als sich die Hochzeitsgäste mit uns auf der Tanzfläche austobten, gesellten sich nach und nach immer mehr Menschen von unten aus der Bar zu uns und unsere ursprünglich klein angedachte Feier wurde zu einer riesengroßen ausgelassenen Party." Da Tina und Markus von vorne herein mit ihren Gästen vereinbart hatten, dass - anstelle von Geschenken - jeder seine Getränke selbst übernimmt, waren die unerwarteten Gäste auch kein Problem. "Wir mussten eher aufpassen, nicht zuviel zu trinken, da uns den ganzen Abend über von wildfremden Menschen, die mit uns anstoßen wollten, Drinks ausgegeben wurden", erzählt die Braut. "Ich glaube, unsere Feier war selbst für die partyerprobten Brightoner etwas Besonderes. Die meisten konnten ihren Augen nicht trauen, an einem Freitagabend eine Braut im weißen Prinzessinnenkleid in ihrer Bar zu sehen!" Und so waren die Reaktionen an jenem Abend einfach überwältigend. "Wir wussten zwar, dass Brighton für alles und jeden offene Arme hat, jedoch war die ernst gemeinte Freude und Anteilnahme unglaublich rührend und hat unsere Feier einfach nur magisch gemacht", sagt Tina.

 

Um 3.30 Uhr war dann Schluss mit der Hochzeitsfeier. Aber eigentlich auch wieder nicht. Denn für die 500 Meter zurück zum Hotel benötigte die Hochzeitsgesellschaft noch einmal nahezu eine Stunde, da das Brautpaar wiederum von so vielen Leuten angehalten, umarmt und beglückwünscht wurde, die da ebenfalls aus den unzähligen Clubs und Bars strömten und ihren Heimweg entlang der "Seafront" antraten. Totmüde, aber überglücklich fielen Tina und Markus schließlich gegen 5 Uhr morgens ins Bett und freuten sich auf ein tolles, restliches Wochenende mit Familie und Freunden, das ja noch bevor stand!

 

Übrigens: Dass Tina mit ihrem Organisationstalent sowohl bei der standesamtlichen Hochzeit in England als auch bei der Hochzeit mit kirchlicher Trauung im Allgäu alles selbst organisierte, kommt nicht von ungefähr: Sie hat einen Background als Eventmanagerin. Mittlerweile hat sie ihre große Leidenschaft zum Beruf und sich im Allgäu mit ihrer Agentur "Glücksmomente - Hochzeiten und Events im Allgäu" selbständig gemacht: www.gluecksmomente-allgaeu.de

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