Hochzeitsplanerin Eva Hauser

Hochzeitsplanerin Eva Hauser

Profi-Tipps

Team Brautpaar

Baumstamm sägen, Herz aus- und Torte anschneiden: Bei einer Hochzeit gibt es viele Spiele und Bräuche, bei denen das Brautpaar beweisen muss, dass es gut zusammenarbeiten kann. Dabei hat die Generalprobe für das Team Brautpaar schon lange vorher begonnen, mit der Hochzeitsplanung nämlich. Denn bei ihr zeigt sich: Haben wir eigentlich dieselbe (oder zumindest eine ähnliche) Vorstellung davon, wie unser Fest aussehen soll? Wollen wir dieselben Gäste einladen? Ziehen wir an einem Strang? Sind wir im Zweifel kompromissfähig? Da hat bestimmt schon so manches Brautpaar bei der einen oder anderen Festfrage einen kleinen Härtetest durchmachen müssen.
Wir von der Redaktion haben uns – und anschliessend Hochzeitsplanerin Eva Hauser – gefragt: Wie sieht das im täglichen Hochzeitsplanungsleben aus mit dem Team Brautpaar? Überwiegen im wirklichen Leben die Dream­teams oder wird jedes Give-away zum Zankapfel? Kann jeder seinen  Hochzeitstraum verwirklichen oder sagt am Ende doch allein die Braut, wo's lang geht? Wir waren gespannt auf die Erfahrungen einer Hochzeitsplanerin, die täglich mit Brautpaaren in dieser Phase zu tun hat.

 

HOCHZEIT: Vorab, Frau Hauser, möchten wir Sie fragen: Was ist das Wichtigste, über das sich Brautpaare am Anfang der Hochzeitsplanung Gedanken machen sollten.
EVA HAUSER: Leider kommt nach dem romantischen Antrag und dem »Ja« zuerst einmal die vielleicht unromantischste Frage: Was können wir uns leisten? Was möchten wir maximal ausgeben? Und davon abhängig: Wie viele Gäste wollen wir einladen?
Mein persönlicher Rat hier ist immer: Kein Hochzeitsfest auf Kredit! Ein junges Glück mit Schulden zu beginnen, halte ich nicht für klug.

HOCHZEIT: Was ist Ihre Erfahrung: Liegt die Festplanung
a) ganz in der Hand der Braut und der Bräutigam spielt Planungsmuffel, oder
b) mischt auch er sich zunehmend ein mit eigenen Wünschen und Vorstellungen, oder
c) herrscht echte Gleichberechtigung?

EVA HAUSER: Etwas von allem. Jedes Brautpaar ist da anders, jedes bringt seine eigene Energie mit. Will man aber verallgemeinern, so ist es schon mehrheitlich die Braut, welche die Zügel in der Hand hält und vieles entscheidet. Oft ist es ja auch ein Mädchentraum, der mit dem Fest in Erfüllung gehen soll. Ich treffe selten einen Bräutigam, der sich in allen Themen genauso energisch einbringt wie die Braut. Und ganz ehrlich: Die meisten Bräutigame sind ganz froh über diese Rollenverteilung.

HOCHZEIT: Im Falle von a): Wie bindet man den Bräutigam trotzdem ein?
EVA HAUSER: Auf jeden Fall nicht mit einem »Was denkst du, Schatz? Sag doch auch mal was dazu.« Es gibt genug Dinge, über die auf jeden Fall beide zusammen entscheiden müssen wie die Gästeliste, die Sitzordnung, das Essen und die Weine, die Location, und wo der Bräutigam ganz bestimmt auch eine Meinung hat. Aber bei Fragen wie der, ob es jetzt Rosen in Lila oder in Weiss sein sollen, darf man ihm sein Desinteresse durchaus verzeihen.

HOCHZEIT: Ein bisschen provokant gefragt: Möchten die Bräute überhaupt, dass der Bräutigam sich mit seinen Wünschen einbringt?
EVA HAUSER: Die Bräute möchten fast immer, dass er sich mehr einbringt. Allerdings geht es ihnen dabei so manches Mal lediglich darum, unterstützt und bestätigt zu werden in einer Entscheidung, die sie für sich längst getroffen haben. Fällt seine Wahl dann aber anders aus, wird es manchmal problematisch. Wobei jedes Brautpaar anders mit so einer Situation umgeht: Bei den einen wird ein guter Kompromiss gefunden, bei den anderen stellt der Gentleman seinen Wunsch zurück.

HOCHZEIT: Erleben Sie in Ihren Beratungsgesprächen Paare, die in der Planung an einem Strang ziehen oder treffen dabei öfter einmal unterschiedliche Vorstellungen aufeinander?
EVA HAUSER: Das ist natürlich ganz individuell. Ich erlebe praktisch jede Variante. Als Extrembeispiel: Ich hatte einmal eine Braut, die alles ganz genau kontrolliert hat, sogar meine Notizen, damit ich ja nichts vergesse. Er sass dabei ruhig und gelassen am Rand und liess sie machen. Wo unterschiedliche Wünsche aufeinandertreffen, hat sich bislang noch immer ein für beide funktionierender Kompromiss gefunden, denn wer liebt, der nimmt und gibt gleichermassen. Deshalb sind solche kleinen Kontroversen immer auch eine gute Übung für die Ehe.

HOCHZEIT: Gibt es typische Themen, bei denen die Wünsche von Braut und Bräutigam auseinandergehen?
EVA HAUSER: Definitiv die Finanzierung, denn oft sind die Träume grösser als das Portemonnaie. Manchmal scheiden sich auch bei der Wahl der Farben die Geister.

HOCHZEIT: Gibt es klassische Aufgaben für den Bräutigam?
EVA HAUSER: Mehr als man denkt. Ich sage meinen Bräuten immer, dass sie es ihrem Partner hoch anrechnen sollten, dass er mitgekommen ist zum Beratungsgespräch. Das ist nach meiner Erfahrung nämlich keineswegs selbstverständlich. Viele Bräute sind traurig, wenn der Bräutigam für manche Themen wie die Wahl der Blumen und anderer Dekodetails nicht dieselbe Begeisterung aufbringt wie sie selbst. Sie denken dann, dass ihm die Hochzeitsfeier egal ist. Ich aber sage ihnen, dass das ganz normal ist. Das beruhigt dann alle beide. Und bei den Themen Budget, Essen und Trinken und Hochzeitslimousine ist der Bräutigam dann meistens auch wieder voll dabei.

HOCHZEIT: Gibt es typische Punkte, bei denen die Braut beziehungsweise der Bräutigam nur ungern Kompromisse machen?
EVA HAUSER: Es mag jetzt wie ein Klischee klingen, aber nach meiner persönlichen Erfahrung interessieren sich die Bräute nicht so sehr dafür, was die Hochzeit kosten soll, und auch bei der Wahl des Weins lassen sie sich gern beraten. Aber bei der Dekoration, der Wahl der Farben und Blumen und überhaupt beim Style der Feier, da möchten sie der Boss sein. Viele würden am liebsten mit diesem Punkt der Planung beginnen, obwohl diese Themen viel weiter unten auf der To-do-Liste stehen. Und obwohl sie wissen, dass ich als Hochzeitsplanerin über zehn Jahre Erfahrung mitbringe, haben die Bräute an diesem Punkt oft Mühe, die Planung aus der Hand zu geben.
Beim Bräutigam ist es der Anzug, wo er sich ungern reinreden lässt, obwohl seine Liebste auch da bestimmte Vorstellungen hat. Aber er hat Sorge, sich an seinem grossen Tag verkleidet vorzukommen. Auch das Hochzeitsfahrzeug ist ihm oft wichtig und auch bei der Wahl der Cocktails redet er gerne mit. Traditionell übernimmt er auch die Organisation des Honeymoons.

HOCHZEIT: Was würden Sie sagen: Wer von beiden ist aufgeregter vor der Hochzeit?
EVA HAUSER: Eine gesunde Portion Aufregung gehört definitiv dazu. Ich hatte auch in all den Jahren noch kein einziges Paar, das nicht aufgeregt war. Allgemein sind es aber schon die Bräute, die etwas früher anfangen, »nervös« zu werden.
Einmal hatte ich einen Bräutigam, den nichts aus der Fassung bringen konnte. Trotzdem gab ich ihm den Rat, sich wegen zu erwartender Nervösität am Morgen des grossen Tages nicht allein hochzeitsfertig zu machen. Da hat er nur gelächelt und gesagt, dass bei ihm da keine Gefahr besteht. Nach der Trauung aber hat er mir gestanden, dass er doch ganz schön nervös gewesen wäre und mich gefragt, wie denn so etwas käme. Er war von diesem Gefühl völlig überrascht worden.

HOCHZEIT: Bekommt man eigentlich als Hochzeitsplanerin einen Blick dafür, ob eine Ehe halten wird oder eher nicht?
EVA HAUSER: Interessanterweise werde ich das oft auch von Brautpaaren gefragt. Also ich kann sicherlich keine Prognosen stellen, ob eine Ehe halten wird oder nicht. Aber man entwickelt mit der Zeit eine gewisse Sensibiliät dafür, ob sich da zwei fürs Leben gefunden haben – oder ob sie sich das mit dem Heiraten vielleicht doch noch einmal überlegen sollten. Ich denke, ich kann inzwischen sehen, ob eine gesunde Basis da ist, um zusammenzuwachsen – und zusammen zu wachsen. Ich habe manchmal den Eindruck, dass heute nicht mehr so sehr an einer Ehe gearbeitet wird und man bei den ersten Problemen davonläuft. Den Satz »Wir haben uns auseinandergelebt« kann ich persönlich jedenfalls nicht mehr hören als Erklärung, wenn eine Ehe gescheitert ist.


Die Hochzeitsplanerin
Seit mehr als zehn Jahren organisieren Eva Hauser und ihr Team von Wedding & Events schweizweit und international unvergessliche Hochzeiten und Events auf höchstem Niveau und mit viel Leidenschaft und Klasse.

Wedding & Events GmbH
Wedding Planner & Designer
Tel.: 043 268 55 53
www.wedding-events.ch