Schmuckwissen

Alles Gold!

Wer sich auf der Trauringsuche beim Juwelier für Gold entscheidet, der bekommt – von wenigen Ausnahmen abgesehen – in seinen Ehesymbolen noch etwas anderes: Kupfer und Silber zum Beispiel, oder Palladium. Es handelt sich um so genannte Legierungen. Das hat unterschiedliche Gründe, über die Sie sich hier schlau machen können.


WAS HEISST "LEGIEREN"?
Der Begriff »legieren« leitet sich vom lateinischen »ligare« her und bedeutet schlicht »verbinden«. Bei einer Legierung werden also verschiedene Metalle miteinander verbunden, indem man die einzelnen Anteile zusammen einschmilzt und dann weiterverarbeitet. In der Schmuckbranche geht es dabei in der Regel um das Edelmetall Gold, dem andere Metalle beigemischt werden. Klassischerweise sind das Kupfer und Silber, weil Gold auch in der Natur oft in diesen Verbindungen vorkommt.


WARUM NICHT REINES GOLD?

Der naheliegendste Grund hierfür ist natürlich der Preis. Je höher der Anteil des Edelmetalls in einer Legierung ist, desto wertvoller und teurer ist sie – und das daraus hergestellte Schmuckstück – verständlicherweise. Oder anders herum gesagt: Legieren macht Schmuck aus Gold, Silber und Platin erschwinglicher.
Aber das ist keineswegs der einzige Grund. Die Beimischung anderer Metalle oder Stoffe verändert auch die Materialeigenschaften wie Härte, Schmelzpunkt, Bearbeitbarkeit und vieles mehr. Reines Gold zum Beispiel ist sehr weich. Für den Schmuckhersteller bedeutet das: schwieriger zu bearbeiten. Für den Träger: empfindlicher für Kratzer. 585er Gold etwa, das zu 58,5 Prozent aus dem Edelmetall besteht, ist deshalb weit verbreitet, weil es die härteste und festeste Legierung darstellt.
Last but not least ist die Farbe ein wichtiges Motiv, Gold mit anderen Metallen zu mischen. Denn je nach dem Anteil von Gold, Kupfer und Silber changiert es zwischen Kupferrot, Rosé, Sattgelb, Blassgelb, Grüngelb und Weiss. Das gibt den Schmuckmanufakturen jede Menge Spielraum für ihre Designs und Anlass zu Experimenten.
Je geringer der Anteil an reinem Gold in einem Schmuckstück ist, desto mehr kommen natürlich eventuelle negative Eigenschaften der anderen Metalle zum Tragen wie etwa Korrosionsanfälligkeit oder allergische Reaktionen.

GELBGOLD
Feingold (Punzierung 999) hat die sattgelbe, warm leuchtende Farbe, an die wir denken, wenn wir das Wort Gold hören. Man erreicht sie aber auch mit geringeren Goldanteilen, wobei Silber und Kupfer dafür ungefähr im Verhältnis 1:1 beigemischt werden. Je weniger Gold dabei verwendet wird, umso erkennbar blasser wird das Schmuckstück am Ende aber doch.

ROTGOLD
Bei Trauringen inzwischen sehr oft entweder allein oder in Kombination mit Gelb- oder Weissgold anzutreffen ist das kupferrot schimmernde Rotgold. Diese Farbe verrät schon, dass bei dieser Legierung kaum oder gar kein Silber, dafür aber umso mehr Kupfer die Ehe mit dem Gelbgold eingeht.

ROSÉGOLD
Diese Legierung ist nicht wirklich rosé, eine Farbe, die man sich an Trauringen eigentlich auch nicht so recht vorstellen mag. Roségold ist eigentlich eine Variante des Rotgolds, bei der weniger Kupfer verwendet wird, wodurch die Farbe heller, leichter, weicher wirkt.
Überhaupt sind natürlich die Übergänge zwischen Gelb- und Rotgold fliessend und man findet Goldringe in den unterschiedlichsten Abtönungen.

APRICOTGOLD
Diese Legierung verwendet noch weniger Kupfer als Roségold und hat deshalb nur einen ganz leichten Rotschimmer im ansonsten gelben Farbton.

WEISSGOLD
Eigentlich ist diese Legierung ein Paradox, denn bei ihr wird das leuchtende Gelb, das die Menschen an Gold zu allen Zeiten so fasziniert hat, bewusst entfernt, indem man »entfärbende« Metalle wie Nickel oder Palladium, bei geringem Goldanteil auch Silber, beimischt. Es wurde vor etwas über hundert Jahren entwickelt. Damals suchte man einen hochwertigen Ersatz für das deutlich teurere Platin. Und um dessen besonderes, grau-weisses, silbriges Schimmern zu erreichen, musste das Gelb des Goldes weichen.
Sein Ursprung als »Ersatzspieler« tut der Schönheit und Attraktivität von Weissgold natürlich keinen Abbruch und inzwischen ist es eine auch bei Trauringen sehr beliebte Legierung.
Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Legierungen bei Weissgold: Durch Nickelzusatz hergestellt zeichnet es sich durch eine hohe Härte und Festigkeit aus und lässt sich sehr gut polieren. Für mechanisch beanspruchte Schmuck­elemente wie Scharniere oder Anstecknadeln ist es deshalb sehr gut geeignet. Trotzdem wird es in der Schmuckbranche nicht mehr oft verwendet, da der Nickel allergische Reaktionen hervorrufen kann.
Für Trauringe greift man daher lieber auf die hochwertigere Alternative Palladium als Beimischung zurück, einem mit Platin verwandten Edelmetall. Gegebenenfalls kommt noch Silber dazu. Diese Legierung wird auch als Graugold bezeichnet, was seine Farbe eigentlich zwar genauer beschreibt, aber weniger schön klingt als es tatsächlich ist.
Oft wird Palladium-Weissgold rhodiniert, das heisst, durch Galvanisierung mit einer dünnen Schicht Rhodium überzogen, um ihm eine hellere, silberweisse Farbe zu geben. Mit der Zeit kann diese Beschichtung abgetragen werden, ein erneutes Rhodinieren ist aber möglich.
Aufgrund seines hohen Edelmetallanteils ist Palladium­-Weissgold übrigens deutlich teurer als eine vergleichbare Gelbgoldlegierung.